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Können die Qualitätsanforderungen in den Kitas umgesetzt werden?

Die umfangreiche GEW-Erhebung über die Umsetzung des Berliner Bildungsprogramms und der Qualitätsentwicklungsvereinbarung legt nahe, dass die Kita-Bildungsreform zu Scheitern droht.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Aufgaben der Erzieher/-innen und Leiter/-innen in den Kindertagesstätten sind vielfältiger und anspruchsvoller geworden.

In der ab 01.01.2006 geltenden Qualitätsentwicklungsvereinbarung heißt es in §13:

„Die Vertragspartner sind sich einig, dass die Arbeit nach dem Berliner Bildungsprogramm mehr Zeit zur Vorbereitung und Dokumentation erfordert. Ebenfalls Einigkeit besteht über die Notwendigkeit, die pädagogische Arbeit und Organisation in den Kindertagesstätten so zu verändern, dass den pädagogischen Fachkräften und der Leitung die Möglichkeit zur Beobachtung, Dokumentation und Evaluation gegeben ist. Die Vertragspartner vereinbaren, die Aufgaben der pädagogischen Fachkräfte zur Umsetzung des Berliner Bildungsprogramms auch hinsichtlich des hierfür notwendigen Zeitaufwandes nach Ablauf von spätestens drei Jahren zu evaluieren.“ (Hervorhebung durch die Verf.)

Schon in den Verhandlungen über die Qualitätsentwicklungsvereinbarung wurde deutlich, dass die Kitas Probleme haben werden, die Anforderungen der Vereinbarung umzusetzen. Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport konnte sich allerdings nur bereit erklären, oben angeführten Prüfauftrag in die Vereinbarung zu schreiben. Im neuen Koalitionsvertrag von SPD und Linkspartei.PDS ist ebenfalls ein Prüfauftrag enthalten:

„Daher werden wir .... im Laufe der Legislaturperiode prüfen, inwieweit Verbesserungen in der Personalausstattung der Kitas in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln möglich sind.“ (Hervorhebung durch die Verf.)

Die Fachgruppe Kindertageseinrichtungen in der GEW BERLIN möchte die Diskussion um die Arbeitsbedingungen der Erzieher/-innen und Leiter/-innen anschieben. Wir möchten nicht drei Jahre abwarten, bis eine Überprüfung der Bedingungen stattfindet, unter denen das Berliner Bildungsprogramm umgesetzt wird, um dann zu erfahren, dass die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel keine Verbesserung erlauben. Wir haben deshalb einen Fragebogen über die Umsetzung des Berliner Bildungsprogramms und der Qualitätsentwicklungsvereinbarung entwickelt. Er dient der Erfassung des Ist-Zustandes in den Kindertagesstätten. Wir möchten von Ihnen genau wissen: Was ist möglich und was geht nicht, wo liegen die Probleme.

Zielsetzung dieser Aktion ist, genau zu belegen und nachweisen zu können, welche Verbesserungen die Erzieher/-innen und Leiter/-innen benötigen, um die ihnen gestellten Anforderungen erfüllen zu können. Die GEW BERLIN will die Auswertung dieser Umfrage veröffentlichen und mit den Ergebnissen unsere Forderungen an die Politik untermauern. Es ist deshalb sehr wichtig, dass sich viele Kolleg/-innen an dieser Befragung beteiligen und wir ein repräsentatives Ergebnis bekommen. Nur so können wir aufzeigen, ob es unter den derzeitigen Arbeitsbedingungen möglich oder unmöglich ist, das Berliner Bildungsprogramm in entsprechender Qualität umzusetzen.

Die Fachgruppe Tageseinrichtungen der GEW BERLIN hat dazu eine umfangreiche Erhebung durchgeführt. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Kita-Bildungsreform droht zu scheitern, wenn keine Ressourcen für eine ernsthafte Verwirklichung bereitgestellt werden. 

Die Auswertung finden Sie hier in einer informativen Kurzfassung und in der ausführlichen, ins Detail gehenden 35-seitigen Langfassung.

Im Folgenden können Sie die Kurz- und die Langfassung der Auswertung sowie den zugrundeliegenden Fragebogen als PDF-Dateien herunterladen.

Fragebogen für Erzieher/-innen und Leiter/-innen

Kurzfassung der Auswertung

Langfassung der Auswertung