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Nr. 13/2024

Die Hochschulen blockieren notwendige Lohnerhöhung bei studentischen Beschäftigten

Nach dem ersten Gespräch zwischen den Gewerkschaften ver.di und GEW und den Berliner Hochschulen am 16. Mai 2024 kritisieren Gewerkschaften und studentische Beschäftigte das mangelnde Entgegenkommen der Hochschulen. „Es ist enttäuschend. Mieten und Lebensmittelpreise explodieren, Studierende können sich ein Studium in Berlin nicht mehr leisten. Sechs Monate nach dem Tarifabschluss der Länder stehen die studentischen Beschäftigten an Hochschulen immer noch ohne eine spürbare Lohnerhöhung da. Die Arbeitgeber weigern sich das Tarifergebnis der Landesbeschäftigten zu übertragen. Mehr als den Landesmindestlohn will man uns bis Ende des Jahres nicht anbieten und das ohne Inflationsprämie", sagt Stina Patzker, studentische Beschäftigte an der Hochschule für Wirtschaft und Recht.  

Die Verhandlungen sind Folge des Tarifabschlusses für den Tarifvertrag der Länder (TV-L) im vergangenen Jahr. Im Tarifvertrag für die studentischen Beschäftigten in Berlin (TV STUD III) ist festgelegt, dass die Tarifsteigerungen im TVL auch für die studentischen Beschäftigten (SHK) angewendet werden. Vor diesem Hintergrund hatten sich in Berlin studentische Beschäftigte mit großen Hoffnungen an den Streiks in der Tarifrunde beteiligt.

Mika Kößler, ein Vertreter der studentischen Beschäftigten kritisiert: „Wenn sich die Unis und Hochschulen bei den Lohnerhöhungen weiter so querstellen, müssen sie sich nicht wundern, wenn hunderte Stellen unbesetzt bleiben und die Studierenden in die Privatwirtschaft abwandern.  An der Hochschule zu arbeiten, muss man sich leisten können, wenn Discounter wesentlich besser zahlen. Wissenschaft verliert so wichtigen Nachwuchs."

Wie die Tarifsteigerungen genau auf die studentischen Beschäftigten übertragen werden, ist Gegenstand der laufenden Gespräche. In diesen fordert die Tarifkommission aus GEW- und ver.di-Mitgliedern für über 7.000 Beschäftigte die vollständige Übertragung der TV-L-Ergebnisse.  Das beinhaltet die Anrechnung der tabellenwirksamen Erhöhung von 200€, eine 5,5-prozentige Lohnerhöhung zu Beginn 2025 sowie einen umfangreichen Inflationsausgleich von 3.000 €. Derzeit liegt der Tariflohn für studentische Beschäftigte mit 12,96€ sogar unter dem Berliner Landesmindestlohn von 13,69€.

Die Tarifbewegung TV STUD der studentischen Beschäftigten hat die TV-L-Runde 2023 bundesweit deutlich geprägt. Während in Berlin schon seit den 1980er Jahren ein Tarifvertrag für SHK existierte, war dies in den anderen Bundesländern nicht der Fall. In der Tarifrunde 2023 konnten die SHK mit einer historischen Streikbereitschaft erstmals auch in den anderen Bundesländern die Regelung ihrer Arbeitsbedingungen auf Bundesebene erkämpfen.

 

Kontakt:

Stina Patzker und Mika Kößler sind über die Pressestellen von ver.di und GEW erreichbar:

GEW BERLIN, Pressesprecher Markus Hanisch: 030-21999346, presse(at)gew-berlin(dot)de

 ver.di Berlin: Gewerkschaftssekretärin Julia Dück: 0160 22 01 07 2, julia.dueck(at)verdi(dot)de

Kontakt
Markus Hanisch
Geschäftsführer und Pressesprecher