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Nr. 50/2021GEW BERLIN mit über 6.000 Beschäftigten im ganztägigen Warnstreik

12.11.2021

Über 6.000 Beschäftigte aus Berliner Kitas, Schulen, Hochschulen und Jugendämtern haben heute ihre Arbeit niedergelegt, um für eine Gehaltserhöhung im Geltungsbereich des TV-L zu demonstrieren. Die GEW BERLIN hatte ihre Mitglieder zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Die Streikenden versammelten sich um 10 Uhr am Hansaplatz und zogen über den Großen Stern zum Platz des 18. März (Brandenburger Tor). Dort fand gegen 11 Uhr eine Kundgebung statt.

„Wir hätten diesen Streik gerne verhindert. Wir hätten den Eltern, den Kindern und den Jugendlichen gerne erspart, dass erneut Unterricht ausfällt und Schulen und Kitas geschlossen sind. Aber es sind die Arbeitgeber, die diese Streiks provozieren, indem sie den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sogar einen Inflationsausgleich verweigern“, erklärte Udo Mertens, Leiter des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik der GEW BERLIN.

Während der Corona-Pandemie waren es auch die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, die wichtige gesellschaftliche Bereiche am Laufen gehalten und sich über alle Maßen eingesetzt haben. „Jetzt wäre es an der Zeit, dass die Politik ihren Dankesworten von vor einigen Monaten Taten folgen lässt. Wertschätzung drückt sich auch in der Bezahlung aus! Unsere Forderung von 5 Prozent mehr Lohn sind angesichts der steigenden Inflation und der immer weiter wachsenden Arbeitsbelastung absolut angemessen. Von der Öffentlichkeit wünschen wir uns Verständnis, auch wenn wir wissen, dass diese Streiks weh tun!“, sagte Anne Albers, Leiterin des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik der GEW BERLIN.

Die GEW BERLIN hatte die Tarifbeschäftigten in den Kita Eigenbetrieben, an den staatlichen Schulen des Landes Berlin, an den Universitäten und Hochschulen (außer HTW), beim Lette Verein beim Pestalozzi-Fröbel-Haus, den Bezirksämtern Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Landes Berlin zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Die Gewerkschaften verhandeln seit dem 8. Oktober mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über eine Gehaltserhöhung für die Tarifbeschäftigten im Geltungsbereich des TV-L.

Die Gewerkschaften fordern in der Tarifrunde 2021 die Erhöhung der Tabellenentgelte um 5 Prozent, mindestens aber um 150 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten und die Anhebung der Entgelte der Auszubildenden und Praktikant*innen um 100 Euro monatlich. Bisher haben die Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt.