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Nr. 08 / 201912.000 Beschäftigte nehmen Finanzsenator in die Pflicht

13.02.2019

Rund 12.000 Lehrkräfte, Erzieher*innen, Sozialpädagog*innen, Hochschulbeschäftigte und andere Angestellte im öffentlichen Dienst des Landes Berlin haben heute ganztägig ihre Arbeit niedergelegt. In einem langen Demonstrationszug zogen sie vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor. Viele Kitas und Schulen mussten geschlossen bleiben, mindestens 20.000 Unterrichtsstunden fielen aus. Zum Warnstreik aufgerufen hatte die GEW gemeinsam mit ver.di, GdP und IG BAU.

„Nachdem die Arbeitgeber auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt haben, blieb uns keine andere Wahl, als eine andere Gangart einzulegen“, erklärte der Vorsitzende der GEW BERLIN, Tom Erdmann. Erstmals in dieser Tarifrunde waren daher alle Angestellten des Landes zum gemeinsamen Warnstreik aufgerufen.

„Das ganze letzte Jahr hat die rot-rot-grüne Koalition über Maßnahmen gegen den Mangel an Lehrkräften und Erzieher*innen diskutiert“, ergänzte Erdmann. „Jetzt ist die Gelegenheit, etwas zu tun. Der Berliner Finanzsenator hat es als Verhandlungsführer der Arbeitgeber selbst in der Hand, die Beschlüsse seiner Koalition in die Tat umzusetzen. Ausreden zählen nicht!“

Die GEW BERLIN macht sich besonders dafür stark, dass Berliner Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen endlich genau so viel verdienen wie ihre Kolleg*innen in allen anderen Bundesländern. „Dies ist ganz besonders ein Berliner Problem, dessen Lösung der Senat seit mehreren Jahren auf die Tarifgemeinschaft der Länder schiebt. Die Hälfte der Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen im TV-L sind in Berlin beschäftigt. Finanzsenator Kollatz hat daher auch die Verantwortung dafür, dass es hier endlich zu einer Lösung kommt“, unterstrich Udo Mertens, Tarifvorstand der GEW BERLIN und Mitglied der Verhandlungskommission.

„Auch bei den Lehrkräften steht Berlin gewaltig unter Handlungsdruck“, ergänzte Mertens. „Das Land muss die Gehälter der angestellten Lehrkräfte im Vergleich zu den Beamten aufbessern und etwas für die Attraktivität des Lehrer*innenberufs tun. Der Lehrkräftemangel spitzt sich sonst immer weiter zu.“

Die GEW BERLIN hofft auf das Verständnis der vom Warnstreik betroffenen Kinder und ihrer Eltern und bedankt sich für die große Solidarität vieler Eltern, die mit zur Kundgebung gekommen sind.

Hintergrund:
Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fordern eine Erhöhung der Tabellenentgelte im Gesamtvolumen von 6 Prozent, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Zudem fordern wir die Angleichung der Bezahlung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder (TV-L) an die der Kommunen (TVöD). Unter den Beschäftigten, die im Land Berlin unter den Tarifvertrag der Länder fallen, sind die über 17.000 angestellten Lehrkräfte und die etwa 13.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst die größten Berufsgruppen.

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