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Nr. 05 / 2015Angestellte lassen sich nicht als Lehrkräfte zweiter Klasse behandeln

26.01.2016

Über 400 angestellte Lehrkräfte haben heute ihre Arbeit niedergelegt und vor der Senatsverwaltung für Finanzen ein nicht zu übersehendes Warnsignal an den Finanzsenator geschickt. „Wenn Herr Kollatz-Ahnen nicht endlich mit uns über einen Tarifvertrag verhandelt, stehen wir demnächst wieder hier, dann aber mit deutlich mehr Kolleginnen und Kollegen“, machte Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN, auf der Streikkundgebung in der Klosterstraße deutlich.

Die GEW BERLIN hat ausgewählte Schulen für heute zu einem ersten Warnstreik aufgerufen, nachdem der Senat Verhandlungen über einen Tarifvertrag zur Eingruppierung der angestellten Lehrkräfte abgelehnt hatte.

Siebernik warb um Verständnis für den Streik der Lehrkräfte: „Sobald der Finanzsenator mit uns in ernsthafte Verhandlungen tritt, sind weitere Streiks vom Tisch. Andernfalls werden wir unseren Arbeitskampf jedoch ausweiten." Die Vorsitzende sagte weiter: „Die Kolleginnen und Kollegen wünschen sich mehr Respekt für ihre Arbeit, nachdem die Arbeitsbedingungen in den letzten Jahren immer schlechter geworden sind. Schon bald werden mehr als die Hälfte aller Berliner Lehrkräfte Angestellte sein – und die lassen sich nicht mehr länger als Lehrkräfte zweiter Klasse behandeln.“

Die GEW BERLIN kämpft für Sicherheit durch eine tarifliche Eingruppierungsregelung und gleiches Geld für gleichwertige Arbeit. Bisher diktiert der Arbeitgeber einseitig, wie er seine angestellten Lehrkräfte bezahlt. „Wir fordern die Entgeltgruppe 13 für alle Lehrkräfte mit voller Lehrer*innenausbildung, egal ob sie an einer Grundschule oder einem Gymnasium unterrichten. Wir fordern die Gleichbehandlung von Lehrkräften ohne volle Lehrer*innenausbildung, wenn sie mindestens zwei Jahre die entsprechende Tätigkeit ausgeübt haben. Und wir fordern den Ausgleich von Unterschieden in der Bezahlung von angestellten gegenüber verbeamteten Lehrkräften“, betonte der Leiter des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik, Udo Mertens, in seiner Rede vor der Senatsverwaltung.

Zum Warnstreik aufgerufen waren die angestellten Lehrkräfte an den zentral verwalteten und berufsbildenden Schulen sowie am Gymnasium Tiergarten, der Gemeinschaftsschule Wilhelm von Humboldt, der Helene-Haeusler-Schule, der Joan-Mirò-Schule, der Paula-Fürst-Schule, dem Hans-Carossa-Gymnasium, dem Willi-Graf-Gymnasium, der Lindenhof-Schule, der Kiepert-Schule, der Fritz-Karsen-Schule, der Hans-Fallada-Schule und der Walter-Gropius-Schule.