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Nr. 41 / 2015Angst behindert Lernen – GEW BERLIN fordert Abschiebestopp für Familien

09.12.2015

Die GEW BERLIN fordert einen Abschiebestopp für Familien, damit geflüchtete Kinder und Jugendliche ohne Angst vor Abschiebungen lernen können. „Nichts behindert Lernen so sehr wie Angst“, sagte Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN, in einem Gespräch mit Journalist*innen über die aktuelle Situation der geflüchteten Kinder und Jugendlichen in Berlin. „Auch die Rückkehr in vermeintlich sichere Herkunftsländer kann traumatisch sein, weil die dortigen Lebensbedingungen den jungen Menschen keine Perspektive bieten. Mangelnde Bildung ist auch eine Fluchtursache“, betonte Erdmann.

Der Appell für einen Abschiebestopp ist Teil eines Forderungskatalogs, mit dem die GEW BERLIN wesentliche Handlungserfordernisse für die Integration der über 20.000 nach Berlin geflüchteten Kinder und Jugendlichen benennt. Das Papier ist Ergebnis eines intensiven Austauschs der Kolleg*innen, die tagtäglich mit den Geflüchteten zusammenarbeiten.

„Die Grundrechte auf Bildung und auf Asyl sind nicht verhandelbar und dürfen nicht aus Kostengründen relativiert werden. Unsere Qualitätsansprüche dürfen nicht abgesenkt werden. Es gilt, die Rechte der Kinder zu wahren und ihnen sofort Zugang zu den Schulen und Kitas zu verschaffen“, sagte Erdmann bei der Vorstellung des Forderungspapiers.

Die GEW BERLIN nennt darin sechs Sofortmaßnahmen, die vom Senat dringend in Angriff zu nehmen sind. Darunter ist die Forderung nach unbefristeten Arbeitsverhältnissen für die neu eingestellten Pädagog*innen. „Ein nachvollziehbarer Befristungsgrund für die Arbeit mit Kindern aus geflüchteten Familien liegt nicht vor“, erläuterte Juliane Zacher, Leiterin des Vorstandsbereichs Schule. „Die Arbeit mit Kindern aus geflüchteten Familien ist eine langfristige Aufgabe für die Berliner Bildungseinrichtungen. Zudem stellt die ständige Verlängerung von Arbeitsverträgen eine erhebliche und vor allem vermeidbare Belastung der Personalstellen dar.“ Zacher forderte zudem umfangreiche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Arbeit mit geflüchteten Kindern.

Äußerst dringend ist auch der Ausbau der räumlichen Kapazitäten. Erdmann rief den Senat dazu auf, umgehend die Planung neuer Schulen und Kitas in Angriff zu nehmen. Zusätzliche Räume seien wie zusätzliches Personal zwingend nötig, um den Herausforderungen in Zukunft gerecht zu werden.„Um Planungssicherheit zu haben, müssen in jeder Regelklasse zwei Plätze für die Integration von Kindern aus den ,Willkommensklassen′ freigehalten werden“, machte Erdmann deutlich.

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