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Nr. 40 / 2016Anspruch auf Vor- und Nachbereitungszeit wird endlich Realität

23.09.2016

Heute unterschreiben die Senatorin für Bildung, Sandra Scheeres, und die Vorsitzende des Gesamtpersonalrates der allgemeinbildenden Schulen, Marion Leibnitz, eine Dienstvereinbarung, die wichtige Regelungen über die Arbeit von Erzieher*innen an Berliner Ganztagsgrundschulen enthält. Ziel der Dienstvereinbarung ist es, den Erzieher*innen verlässliche Zeiten im Umfang von mindestens vier Stunden in der Woche für die mittelbare pädagogische Arbeit zu sichern. Zur mittelbaren pädagogischen Arbeit gehören die Vor- und Nachbereitung, die Beobachtung und Dokumentation der Entwicklung der Kinder, die Kooperation mit Lehrkräften und die Teilnahme an Teamsitzungen.

„Aufgrund der schlechten Personalsituation haben die meisten Erzieher*innen bislang keinen verbindlichen Anspruch auf Zeiten für die mittelbare pädagogische Arbeit“, kritisierte Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN. „Dabei gehört diese Arbeit ebenso zu den Aufgaben der Erzieher*innen wir die direkte Arbeit mit den Kindern. Sie ist unabdingbar für die Qualität der pädagogischen Arbeit“. Siebernik begrüßte die Dienstvereinbarung ausdrücklich: „Sie ist ein Beitrag zur Qualitätsverbesserung der Ganztagsschulen und stärkt die Erzieher*innen. In der schulischen Praxis erleben die Kolleg*innen immer wieder, dass ihr Arbeit nachrangig behandelt wird und nicht dieselbe Wertschätzung und Bedeutung wie Unterricht erfährt.“

„Aus Sicht der GEW BERLIN ist es wichtig, dass nun verbindliche Rahmenbedingungen geschaffen werden und dass für die Organisation der Ganztagsgrundschule noch einmal der Grundsatz bekräftigt wird: Erzieher*innen vertreten Erzieher*innen und Lehrkräfte vertreten Lehrkräfte“, ergänzte Siebernik.

Die Verhandlungen über die Dienstvereinbarung hatte mehrere Jahre gedauert. Es wurde schließlich vereinbart, dass nach einer Laufzeit von 18 Monaten die Regelungen und die Umsetzung evaluiert werden.

Claudia Huth, Erzieherin an einer Ganztagsgrundschule in Mitte, zeigte sich ebenfalls erfreut über den Abschluss der Dienstvereinbarung. „Es wird höchste Zeit, dass wir Erzieher*innen eine verlässliche Regelung bekommen. Der zeitliche Umfang von vier Stunden kann allerdings nur ein Anfang sein“, betonte Huth. Denn der tatsächliche Zeitbedarf liegt deutlich höher. Mindestens ein Viertel ihrer Arbeitszeit wenden Erzieher*innen für die mittelbare pädagogische Arbeit auf.