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Nr. 8/2021Berliner Hochschulen krisenfest und zukunftssicher gestalten

28.01.2021

Die GEW BERLIN fordert Senat und Hochschulen auf, die Berliner Hochschulen über die Zeit der Pandemie hinaus zukunftssicher zu machen und Lehre, Studium und Beschäftigungsbedingungen Priorität einzuräumen. „Die Hochschulen benötigen bessere Arbeits- und Studienbedingungen, einen wirksamen Gesundheitsschutz, die Modernisierung der digitalen und baulichen Infrastruktur und eine aufgabengerechte Personalausstattung. Die Defizite in diesen Bereichen sind in der Pandemie verstärkt zu Tage getreten“, erklärte Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN.

In einem Positionspapier vom 25. Januar hat die GEW BERLIN die vorrangigen Handlungsfelder definiert. Für den digitalisierten Lehrbetrieb müssen verbindliche Datenschutz- und Verfahrensregelungen getroffen werden. Das gilt gleichermaßen für digitale Prüfungen. Die Infrastruktur und der technische Support für sicheres Arbeiten im Homeoffice müssen für alle Beschäftigtengruppen und die Studierenden ausgebaut werden.

Die Studierenden brauchen schnell zusätzliche Unterstützung, um ihre Studienabschlüsse in angemessener Zeit zu erreichen. „Viele Studierende stehen durch die Pandemie vor einem Berg von Prüfungsleistungen, der nicht einfach geschoben werden kann. Dringend notwendig sind digitale Prüfungszentren. Die Regelungen zur Fristverlängerung bei Prüfungsleistungen und beim Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium müssen rasch angepasst werden“, betonte Erdmann

Das Landesprogramm „Virtual Campus Berlin I und II“ muss mindestens für die Dauer von zwei Jahren verlängert werden. Die Beschränkung auf März 2021 behindert die Gewinnung von zusätzlichem Personal zur Unterstützung von Studium und Lehre.

Der erhöhte Arbeitsaufwand für Studierende, Lehrende und Mitarbeitende in Verwaltung, Technik und Service muss neu bewertet und ausgeglichen werden. Erdmann: „Digitales Lehren, Studieren und Arbeiten wird die Hochschulen dauerhaft prägen. Jetzt müssen auch die Arbeitsbedingungen in das digitale Zeitalter überführt werden. Das betrifft auch die Lehrverpflichtungsverordnung und Vereinbarungen zu selbstbestimmtem mobilem Arbeiten für das Personal. Nur so lässt sich die Überlast mit negativen gesundheitlichen Folgen für die Beschäftigten langfristig beheben.

Für die größtenteils nur befristet beschäftigten wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen fordert die GEW BERLIN, die vorhandenen bundesgesetzlichen Regelungen zur Verlängerung der Verträge auszuschöpfen und auch bei den drittmittelfinanzierten Wissenschaftler*innen anzuwenden. „Wissenschaftliche Arbeit braucht langfristige Perspektiven. Die ständige Sorge um den nächsten Anschlussvertrag ist für die Kontinuität und Qualität von Lehre und Forschung abträglich. Vor allem nach Abschluss der Promotion muss die Arbeit in unbefristeten Arbeitsverhältnissen von der Ausnahme zur Regel werden.“

Das komplette Positionspapier auf www.gew-berlin.de/wissenschaft