GEW - Berlin
Du bist hier:

Nr. 11 / 2017 Beschäftigte freier Träger solidarisieren sich

09.02.2017

Die Interessenvertretungen der Beschäftigten vieler freier Berliner Träger der Kinder- und Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe und im sozialen Bereich haben sich mit den Forderungen ihrer Kolleg*innen im öffentlichen Dienst solidarisiert. Anlässlich der aktuellen Tarifrunde der Länder haben die Betriebsräte von bereits 42 freien Trägern mit insgesamt über 10.000 Arbeitnehmer*innen, eine Erklärung verabschiedet, in der sie die Forderungen der Gewerkschaften unterstützen. Gleichzeitig fordern die Betriebsräte eine Entwicklung der Gehälter bei freien Trägern auf Tarifniveau.

Bisher liegt die Bezahlung bei freien Berliner Trägern der Kinder- und Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe und im sozialen Bereich zum Teil weit unter dem Tarifniveau des öffentlichen Dienstes. Für die freien Träger gibt es keine Verpflichtung, die für Personal vom Land Berlin erstatteten finanziellen Leistungen auch tatsächlich für ihr Personal aufzuwenden. „Das Geld, das den freien Trägern vom Land Berlin für die Personalkosten zur Verfügung gestellt wird, darf nicht länger zum Stopfen anderer Haushaltslöcher verwendet werden“, erklärte Matthias Bauer Betriebsratsvorsitzender von Autismus Deutschland LV Berlin.

Die Betriebsräte riefen ihre Arbeitgeber dazu auf, Tarifverhandlungen mit den zuständigen Gewerkschaften aufzunehmen. In ihrer Erklärung verwiesen sie darauf, dass Berlin mit einer starken Abwanderung von Fachpersonal konfrontiert ist und viele Stellen im Sozial- und Erziehungsdienst schon lange nicht mehr wiederbesetzt werden können. „Wenn sich die Arbeitsbedingungen, insbesondere die Bezahlung, nicht erheblich verbessert, ist die soziale Arbeit in Gefahr“, so Jens Rudolph Betriebsratsvorsitzender von Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH weiter.

Die GEW BERLIN sieht auch die Landesregierung in der Verantwortung. „Wir unterstützen die Betriebsräte in ihrer Erklärung und erneuern unsere Forderung an den Berliner Senat, nur Verträge mit Trägern abzuschließen, die mindestens auf dem Tarifniveau des öffentlichen Dienstes zahlen sowie die Umsetzung der rechtlich verbrieften Mitbestimmungsrechte ihrer Beschäftigten unterstützen und einhalten. Es darf keine prekären Beschäftigungsverhältnisse in der sozialen Arbeit geben“, betonte Andreas Kraft, Leiter des Vorstandsbereichs Kinder-, Jugendhilfe und Sozialarbeit in der GEW BERLIN. 

Zurück