GEW - Berlin
Du bist hier:

Nr. 01 / 2014Betrug bei der Altersermäßigung für Lehrkräfte geht weiter!

13.01.2014

Mehrere Tausend Lehrkräfte sollen von der im April 2013 angekündigten Altersermäßigung ausgeschlossen werden. Bereits im November 2013 informierte die Senatsbildungsverwaltung die Beschäftigten, wie sie die Altersermäßigung umsetzen will. Obwohl die Rechtsgrundlage hierfür erst noch geschaffen werden muss, kommen die wahren Absichten nun scheibchenweise mit einem zweiten Schreiben zum Vorschein. In dem Schreiben werden ausdrücklich die Personengruppen von der Regelung zur Altersermäßigung ausgenommen, die besondere Aufgaben wahrnehmen. Das sind zum Beispiel Schulleitungsmitglieder, Seminarleiter/-innen oder Kolleg/-innen im Bereich der Fortbildung. Genau wie Teilzeitbeschäftigte hätten diese eine geringere Unterrichtsverpflichtung und sollen im Alter nicht entlastet werden.

Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Engagierte Kolleginnen und Kollegen können für besondere Funktionen in den Schulen Entlastungen erhalten. Manche müssen dann weniger unterrichten. Diese Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung führt aber keinesfalls zu einer Reduzierung der Arbeitsaufgaben und damit zu weniger Arbeitsbelastung. Im Gegenteil: Es ist zynisch, dass die, die sich besonders engagieren nun bestraft werden sollen. Die angekündigte Benachteiligung von Teilzeitbeschäftigten stellt einen weiteren offen angekündigten Rechtsbruch dar. Die GEW Berlin wird die Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten genau wie den erneut angekündigten Tarifbruch von angestellten Lehrkräften nicht hinnehmen und rechtlich prüfen lassen. So wird es in der Zukunft noch schwieriger werden KollegInnen für ein Engagement in der Schule zu gewinnen, wenn die Bestrafung auf dem Fuß folgt.“

Das erwähnte Schreiben finden Sie hier: www.egovschool-berlin.de/LAZK

Doreen Siebernik weiter: „Seit April 2013 hatte die Senatsverwaltung Zeit die Rechtsverordnungen zu schaffen. Nun werden erneut Ankündigungen ohne Rechtsgrundlage gemacht. Die Verantwortlichen müssen endlich auf demokratischen Boden zurückkommen und das Abgeordnetenhaus und die Beschäftigtenvertretungen beteiligen.“