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Nr. 33/2020Bildung gibt es nur, wenn die Pädagog*innen gesund bleiben

29.10.2020

Die GEW BERLIN begrüßt, dass Bildung von Bund und Ländern als gesellschaftliche Priorität angesehen wird. Das Recht auf Bildung ist auch in Zeiten der Corona-Pandemie ein hohes Gut. „Damit Bildung aber gelingen kann und Schulen wie Kitas geöffnet bleiben, dürfen die Pädagog*innen nicht erkranken. Im Angesicht immer weiter steigender Fallzahlen müssen dringend mehr Vorkehrungen zum Schutz der Beschäftigten sowie der Kinder und Jugendlichen vor Ansteckungen getroffen werden“, forderte die Vorsitzende der GEW BERLIN, Doreen Siebernik.

Der gestrige Beschluss von Bund und Ländern gibt keine Antwort, wie die Schulen dauerhaft offengehalten werden können. „Hier ist der Berliner Senat in der Verantwortung. Das im Corona-Stufenplan vorgesehene Vorgehen, nachdem Gesundheitsämter die Situation jeder Schule bewerten sollen, wurde schon vor Inkrafttreten von der 2. Infektionswelle überrollt. Erst bei niedrigeren Zahlen und der Nachverfolgbarkeit von Infektionen sind schulspezifische Lösungen aus unserer Sicht umsetzbar“, erklärte Siebernik. Auch die im Plan vorgesehenen einwöchigen Intervalle sind aus schulorganisatorischer Sicht viel zu kurz. In Anbetracht der Überlastung der Gesundheitsämter erwartet die GEW BERLIN ein auf Senatsebene abgestimmtes Verfahren für die Berliner Schulen.

Für die weiterführenden Schulen fordern wir, der Empfehlung des RKI zu folgen und den Schulbetrieb auf der roten Stufe des Corona-Stufenplans zu starten“, erklärte Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN. Das RKI sieht die Verkleinerung der Lerngruppen und den Wechsel von Präsenz- und Distanzlernen bei einer Halbierung der Stundentafel für den Präsenzunterricht ab einer Inzidenz von 50 Infektionen auf 100.000 Einwohner*innen vor, die in Berlin längst erreicht sind. „Sinnvoll wäre hier zudem, die Unterrichtsstunden der Lehrkräfte in einer Lerngruppe mindestens wochenweise zu bündeln, damit die Anzahl der Kontaktpersonen für die Lehrkräfte reduziert wird. Entscheidend ist bei diesem Schritt die Reduzierung der Stundentafel für den Präsenzunterricht, da die Lehrkräfte nicht gleichzeitig unterrichten und eine Gruppe in der Ferne anleiten und betreuen können“, so Erdmann weiter. Auch die AG-Angebote, bei denen sich die Gruppen mischen, müssten heruntergefahren werden.

Für die Grundschulen fordert die Bildungsgewerkschaft seit längerem bereits ein Konzept, wie eine feste, phasenweise Zuordnung von Lehrkräften und Erzieher*innen zu nur einer Lerngruppe umgesetzt werden könnte, damit auf diese Weise eine deutliche Kontaktreduzierung erzielt werden kann. Eine Durchmischung und die Betreuung von mehreren Gruppen durch dieselbe Person müssen vermieden werden.