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Nr. 13/2020Bildungsverwaltung gefährdet Ausbildung der Quereinsteigenden

14.05.2020

Die GEW BERLIN kritisiert den Start des Weiterbildungszentrums für Lehrkräfte im Quereinstieg (StEPS). Das StEPS wurde am 18. März pandemiebedingt geschlossen und soll am kommenden Montag seinen Betrieb unter widrigen Bedingungen wiederaufnehmen. Auch Klausuren für die Quereinsteigenden sollen entgegen bisheriger Mitteilungen nun doch stattfinden. Nach Einschätzung der GEW BERLIN gefährdet das Festhalten an den Klausuren die Ausbildung der Quereinsteigenden.

„Die Kolleg*innen wurden von dieser nicht nachvollziehbaren Entscheidung der Bildungsverwaltung kalt erwischt“, konstatiert Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN. Noch am 8. April war den Quereinsteigenden mitgeteilt worden, dass Klausuren unter Pandemiebedingungen nicht geschrieben werden können.

„Viele der Lehrkräfte im Quereinstieg haben zu Hause eigene Kinder zu betreuen. Alle engagieren sich derzeit extrem beim Wiederhochfahren der Schulen. Als Berufseinsteiger*innen werden viele mit komplett neuen Aufgaben an ihren Schulen betraut“, erläuterte Erdmann. „Für all das gilt ihnen unsere Anerkennung! Für Prüfungsvorbereitungen hingegen blieb in den letzten Wochen schlicht keine Zeit.“

In einer Umfrage unter den Quereinsteigenden in den Studien für Mathematik in der Grundschule gaben von 172 Teilnehmenden 85 Prozent an, zusätzliche Aufgaben in ihrer Einsatzschule übernommen zu haben. 70 Prozent haben Kolleg*innen aus Risikogruppen vertreten. 89 Prozent gaben an, dass sie sich wegen ausgefallener Übungsveranstaltungen nicht oder nur eingeschränkt auf Klausuren vorbereiten konnten.

Die GEW BERLIN bemängelt auch die fehlende Gesprächsbereitschaft der Senatsverwaltung. „Die Studienteilnehmenden haben sich mit konstruktiven Vorschlägen an die Bildungsverwaltung gewandt. Diese wurden aber, genau wie die Schreiben der GEW BERLIN und der Personalräte, ignoriert“, kritisierte der GEW-Vorsitzende. 

Erdmann wies darauf hin, dass die Kolleg*innen im Quereinstieg zum aktuellen Zeitpunkt bereits zwei von drei Klausuren und drei von vier Unterrichtsentwürfen erfolgreich absolviert haben. „Diese Leistungsnachweise bieten eine ausreichende Grundlage, um ihre Leistungen zu bewerten. Unter diesen Bedingungen trotz allem auf die formale Durchführung von Klausuren zu pochen, gefährdet die Ausbildung der so dringend benötigten jungen Lehrkräfte.“
 

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