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Nr. 43/2020Corona-Schutzmaßnahmen müssen auch für Kitas gelten

24.11.2020

Die GEW BERLIN ruft die Ministerpräsident*innen auf, in der Runde mit der Bundeskanzlerin die Kinder- und Jugendhilfe bei den Maßnahmen zum Gesundheitsschutz nicht zu vergessen. Die Beschäftigten in Kindertagesstätten, im Ganztagsbetrieb der Grundschulen und in den vielen anderen sozialpädagogischen Einrichtungen in der Kinder- und Jugendhilfe und der Sozialen Arbeit vermissen, dass Maßnahmen zu ihrem Gesundheitsschutz umgesetzt werden.

Die pädagogischen Fachkräfte wenden sich vermehrt mit ihren Ängsten und Unsicherheiten an die GEW BERLIN. „Die Kolleg*innen fühlen sich allein gelassen und an ihren Arbeitsplätzen nicht ausreichend geschützt vor möglichen Ansteckungen mit SARS-Cov-2. Bei den politisch Verantwortlichen und in der Öffentlichkeit werden die Herausforderungen für die Bildungseinrichtungen jenseits der Schule gar nicht wahrgenommen. Es geht allein darum, die Einrichtungen um jeden Preis offen zu halten“, kritisierte die Vorsitzende der GEW BERLIN, Doreen Siebernik.

Ein großer Teil der Betreuung der Kinder und Jugendlichen findet in geschlossenen Räumen ohne Abstand und in den meisten Fällen ohne Masken statt. Die sonst gängigen Hygieneregeln wie Abstand wahren und Maske tragen wirken in Kitas oft nicht“, beschrieb die Leiterin des Vorstandsbereichs Kinder-, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Christiane Weißhoff, die Lage.

Allgemeingültige Arbeitsschutzregeln, die durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in der Corona-Pandemie getroffen wurden, können in pädagogischen Einrichtungen nicht umgesetzt werden. „Es gibt keine speziellen Hinweise und Regeln für Arbeitsbereiche, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Die Kolleg*innen verrichten oft unzureichend geschützt ihren Dienst“, bilanzierte Weißhoff.

Die GEW BERLIN kritisiert, dass die politisch Verantwortlichen keinen Fokus auf diese Beschäftigtengruppen haben. Auch ist nicht zu erkennen, wie Mediziner*innen das Infektionsgeschehen in Kitas und Jugendhilfeeinrichtungen einschätzen und welche Maßnahmen aus ärztlicher Sicht notwendig sind. „Es wird billigend in Kauf genommen, dass die Beschäftigten sich bei ihrer Arbeit infizieren und erkranken. Zudem gibt es nicht ausreichend Kapazitäten für eine regelmäßige Testung auch ohne Symptome“, sagte Weißhoff.