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Nr. 42 / 2016Den Worten müssen Taten folgen!

11.10.2016

Am heutigen Dienstagmorgen haben sich erneut 200 Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen vor dem Haus von Bildungssenatorin Sandra Scheeres versammelt, um für ihre Forderung nach besserer Bezahlung zu demonstrieren. Die Einkommen der Berliner Kolleg*innen liegen um bis zu 427 Euro unter denen der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst in den Kommunen (so z.B. auch in Oranienburg, Hennigsdorf). Zu der Aktion hatten die Gewerkschaften GEW BERLIN und ver.di aufgerufen.

Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Den Worten müssen endlich Taten folgen! Nun ist es an der Zeit, im Koalitionsvertrag festzuschreiben, dass das Land Berlin sich in den kommenden Tarifverhandlungen auf Bundesebene aktiv für eine bessere Bezahlung der Berliner Kolleg*innen einsetzt. Wir fordern eine tarifliche Angleichung an das Niveau des TVöD!“

Im Rahmen der Aktion wurde Staatssekretärin Sigrid Klebba ein gemeinsamer Brief von der GEW BERLIN und ver.di an die Bildungssenatorin überreicht. In ihm fordern die Gewerkschaften Scheeres auf, sich als fachlich zuständige Senatorin für eine Aufwertung und bessere Bezahlung der Berliner Kolleg*innen einzusetzen. Angesichts des gravierenden Fachkräftemangels ist dies dringend geboten.

Gökhan Akgün, Erzieher in einer Kreuzberger Ganztagsgrundschule: „Es ist ungerecht, dass die Berliner Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen für dieselbe Arbeit so viel weniger verdienen. Die Anforderungen an unseren Beruf sind hoch, die Mieten steigen – wir erwarten, dass SPD, Linke und Grüne ihre Wahlversprechen halten!“

In den Jugendämtern sind 128 Stellen (Stand: 01.08.16) nicht besetzt. Es fehlen Sozialpädagog*innen, die für den Kinderschutz verantwortlich sind. Die Einkommen der Berliner Kolleg*innen in den Regionalen Sozialpädagogischen Diensten liegen um bis zu 503,76 Euro unter denen ihrer Kolleg*innen, die bei einer Kommune beschäftigt sind.

Siebernik machte deutlich: „Wir haben von unseren Mitgliedern den klaren Auftrag, uns für tarifliche und qualitative Verbesserungen einzusetzen. Wir lassen nicht locker und nehmen das Land Berlin in die Pflicht.“ 

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