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Nr. 23/2021Die Schulen müssen im Wechselunterricht verbleiben - auch unter der Inzidenz von 100

06.05.2021

Die GEW BERLIN spricht sich dafür aus, die Rückkehr in den Regelbetrieb an die Inzidenz von 50 zu koppeln, so wie es auch vom Robert-Koch-Institut empfohlen wird. „Viele Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte sind noch gar nicht oder zumindest nicht vollständig geimpft. Dies gilt auch für die Kinder und ihre Eltern. Die Inzidenzen bei den 5- bis 14-Jährigen liegen in Berlin aktuell bei 228. Bei so hohen Infektionszahlen 30 Schüler*innen in einen Raum zu setzen, würde für die betroffenen Personen ein hohes Risiko bedeuten“, warnte Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN. Erdmann appellierte an den Senat, am Wechselmodell festzuhalten, auch wenn das Infektionsschutzgesetz lediglich zu Wechselunterricht ab Inzidenzen über 100 verpflichtet.

Die Schulen benötigen zudem dringend Kontinuität und Transparenz für die nächsten sechs Wochen bis zu den Sommerferien. Schule im Pandemiejahr war gekennzeichnet von ständigen Veränderungen und sehr kurzfristig umzusetzenden neuen Vorgaben. Die GEW BERLIN fordert, dass mit Rücksicht auf alle Schulbeteiligten politische Entscheidungen mit Vorlauf getroffen, die Beschäftigten einbezogen werden und ausreichend Zeit für die Umsetzung gelassen wird.

Nötig ist es aus Sicht der Bildungsgewerkschaft, dass bereits jetzt Vorkehrungen für das kommende Schuljahr getroffen werden. „Wir dürfen nicht in das neue Schuljahr hineinstolpern und unnötig Zeit mit unklaren oder unausgereiften Regelungen verlieren“, betonte Erdmann. Es sollte beispielsweise überlegt werden, wie die Teststrategie an den Schulen fortgeführt werden soll und welche Anschaffungen notwendig sind.

Die GEW BERLIN fordert außerdem eine breite Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, Verbänden, Jugendhilfeträgern, Sport- und Kulturvereinen bei der Entwicklung eines stimmigen Konzepts zur Verwendung der Bundesmittel aus dem gestern vom Bundeskabinett beschlossenem „Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche“. Erdmann: „Für die zu schaffenden Angebote sollten die besten Ideen der Stadt zusammenfließen. Es muss ein breites Programm für die Kinder und Jugendlichen aufgestellt werden, welches nicht nur schulische Entwicklung fokussiert, sondern die vielfältigen Bedürfnisse junger Menschen ganzheitlich aufgreift.“ Das Konzept sollte vor dem Sommer entwickelt werden, damit die Mittel bereits im neuen Schuljahr direkt zum Einsatz kommen.