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Nr. 27 / 2018Ein Schritt auf dem Weg zum fairen Lohn an Volkshochschulen

04.06.2018

Die GEW BERLIN begrüßt die Honorarerhöhung für die über 4.000 Kursleitenden an den Berliner Volkshochschulen (VHS) ab 1. August 2018. Allen VHS-Kursleitenden mit wissenschaftlichem Hochschulabschluss werden ab August 31,69 Euro statt bisher 27,41 Euro pro Unterrichtsstunde gezahlt. Das erklärte nächste Ziel von 35 Euro pro Unterrichtsstunde, mit der die Deutschlehrkräfte in den Kursen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge bereits honoriert werden, soll voraussichtlich in einem zweiten Schritt ab 1. August 2019 erreicht werden, schreibt die Senatsbildungsverwaltung. Verbindlich ist das jedoch noch nicht. Die Honorarlehrkräfte in den anderen Honorargruppen erhalten im gleichen prozentualen Umfang ebenfalls eine außerplanmäßige Honorarerhöhung.

„Die Honorarerhöhung ist seit langem überfällig“, erklärte Udo Mertens, Tarifexperte der GEW BERLIN. „Die Honorarlehrkräfte an den Volkshochschulen haben es sich mit ihrem Engagement in den letzten Monaten selbst zu verdanken, endlich einen Schritt zu einer gerechten Bezahlung gemacht zu haben.“

Problematisch ist aus Sicht der GEW BERLIN, dass die Honorarerhöhung durch die Kursgebühren gegenfinanziert werden soll. Das so genannte „Basisentgelt“ der Kurse steigt von 4,70 Euro auf 4,86 Euro pro 1,5 Stunden Unterricht. „Mit dem Abkassieren der lernwilligen Erwachsenen wurden im Jahr 2016 nicht nur die kompletten Kurshonorare sondern auch noch weitere Kosten der Volkshochschulen finanziert. Entgelte, die besonders die Einkommensschwachen treffen, sind aus unserer Sicht der falsche Weg“, erklärte Mertens. Die Zahl der einkommensschwächeren Kursteilnehmer*innen ist in den letzten Jahren ohnehin laufend gesunken; im Jahr 2016 zuletzt um sieben Prozent.

Trotz der Honorarerhöhung bleibt die Lage der Honorarkräfte in der Weiterbildung schwierig. ,Hauptberufliche Honorar-Lehrkräfte’ sind für Arbeitgeber*innen, die ihre soziale Verantwortung ernst nehmen, mega-out. Das muss erst recht für den öffentlichen Dienst gelten“, unterstrich Monika Oels, Leiterin der Fachgruppe Erwachsenenbildung der GEW BERLIN. „Wir erwarten daher, dass der Senat die versprochenen ersten 20 Prozent Festanstellungen an den Berliner Volkshochschulen im nächsten Doppelhaushalt angemessen eingruppiert.“ Die GEW BERLIN fordert, die Honorare der Fachkräfte in der Erwachsenenbildung endlich an den Gehältern von Lehrkräften an Schulen zu orientieren.

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