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Nr. 35 / 2015Enttäuschung für die Beschäftigten beim Humanistischen Verband – Tarifverhandlungen erneut gescheitert

10.11.2015

Auch in der fünften Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten beim Humanistischen Verband Deutschland in Berlin und Brandenburg (HVD-BB) hat der Arbeitgeber sich nicht ausreichend bewegt. „Es kann nicht sein, dass die Arbeitgeberseite auf einem Angebot beharrt, mit dem der Gehaltsrückstand der Beschäftigten des HVD noch weiter vergrößert wird“, sagte Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN, am Montag, 09. November 2015. „Auf Basis des vorliegenden Angebots von 2,2 Prozent kann von einem Anschluss an die Einkommen und Arbeitsbedingungen unserer beim Land Berlin angestellten Kolleg*innen keine Rede sein. Die Schere würde sich ganz im Gegenteil immer weiter vergrößern“, betonte Siebernik auf einer Protestkundgebung vor der Geschäftsstelle des HVD-BB in der Wallstraße.

Etwa 60 Beschäftigte hatten sich anlässlich der fünften Verhandlungsrunde zu einer Unterstützungsaktion versammelt und ihrem Unmut Luft gemacht. Lautstark forderten sie die Geschäftsführung zum Einlenken auf.

Die vom HVD-BB angebotene Tabellenerhöhung von 2,2 Prozent bis Ende 2017 bleibt weiter deutlich hinter den Forderungen der verhandelnden Gewerkschaften GEW BERLIN und ver.di Berlin-Brandenburg und den vergleichbaren Gehältern der Landesbeschäftigten zurück. Dies gilt insbesondere für den Kita- und Pflegebereich. Mit einer Annahme des Angebots würde der Abstand bei den Erzieher*innen von derzeit 10 bis 18 Prozent (je nach Beschäftigungsjahren) bis zum Ende der Laufzeit auf 13 bis 21 Prozent steigen. Für die Lebenskunde-Lehrkräfte plant der HVD zwar mit einer einmaligen Tabellenerhöhung um 8,5 Prozent einen ordentlichen Sprung nach vorne, an den sich dann allerdings mehrere „Nullrunden-Jahre“ anschließen würden.

Der Verhandlungsführer der GEW BERLIN, Udo Mertens, kündigte im Anschluss an das Scheitern der Gespräche Konsequenzen an: „Wenn der HVD nicht endlich umdenkt, wird er in Zukunft große Probleme bekommen, ausreichend Fachkräfte zu finden. Das Angebot des HVD ist inakzeptabel. Die Beschäftigten beim HVD leisten gute Arbeit und erwarten die entsprechende Wertschätzung. Der Humanismus darf nicht nur an der Tür stehen, sondern muss auch gegenüber den Beschäftigten zum Ausdruck kommen.“