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Nr. 06 / 2017Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen bereiten sich auf den Streik vor

20.01.2017

Die GEW BERLIN und der ver.di Landesbezirk Berlin-Brandenburg rufen am 26. Januar zu einem ersten Warnstreik auf.

Zentraler Schwerpunkt des Streikauftakts ist der Sozial- und Erziehungsdienst.

Zur ganztägigen Arbeitsniederlegung aufgerufen sind die Beschäftigten des Landes Berlin in den Kita-Eigenbetrieben, Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen an öffentlichen Schulen, dem Pestalozzi- Fröbel- Haus und Sozialpädagog*innen aus den Bezirks- und Jugendämtern. Viele Berliner Kitas, Schulen, Bezirks- und Jugendämter sowie die Verwaltung werden von den Streiks betroffen sein.

Die Kundgebung am 26. Januar beginnt um 9 Uhr am Dorothea-Schlegel-Platz am Bahnhof Friedrichstraße.

„Die beiden Tarifverträge des öffentlichen Dienstes haben sich in den letzten Jahren weit auseinander entwickelt: Beschäftigte der Länder verdienen heute deutlich schlechter als ihre Kolleginnen und Kollegen beim Bund und den Kommunen. Die Arbeitgeber der Länder sind aufgerufen, diese Schere zu schließen, wenn sie weiterhin qualifiziertes Personal gewinnen und halten möchten. Der Fachkräftemangel an Erzieher*innen ist zunehmend eine riesige Herausforderung in unserer Stadt, denn er gefährdet vielfach Qualitätsstandards “, begründete Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN den Streikaufruf. Insbesondere Berlin ist von der Schlechterstellung des TV-L betroffen, da die Berliner Landesbeschäftigten nach diesem Tarifvertrag bezahlt werden.

„Eine Erzieherin kann durch den Wechsel ihres Arbeitsplatzes über die Stadtgrenze nach Brandenburg monatlich über 400 Euro mehr verdienen“, erläuterte Udo Mertens, Tarifexperte der GEW BERLIN. „Eine Aufwertung des Sozial- und Erziehungsdienstes steht in dieser Tarifrunde ganz weit oben auf unserer Tagesordnung. Wir fordern die wert- und inhaltsgleiche Übertragung des TVöD-Ergebnisses für den Sozial- und Erziehungsdienst auf den TV-L“, so Mertens.

Darüber hinaus kämpfen die Gewerkschaften für die Einführung einer Stufe 6 auch in den höheren Entgeltgruppen ab EG 9. Mit einer Stufe 6 könnte Berufserfahrung honoriert und mehr Gerechtigkeit in der Bezahlung von Beamten und Angestellten geschaffen werden. Das ist bedeutsam für die Gewinnung von ausgebildeten Lehrkräften für die Berliner Schulen. Der Fachkräftemangel ist eine riesige Herausforderung.

Insgesamt soll das Tarifergebnis ein Gesamtvolumen von 6 Prozent mehr Geld für den öffentlichen Dienst beinhalten.

Betroffen in Berliner Bildungseinrichtungen sind ca. 13.000 Kolleg*innen im Sozial- und Erziehungsdienst und 15.000 angestellte Lehrkräfte.
Die GEW BERLIN hat Elternbrief an die Kolleg*innen verschickt und sie aufgefordert die Eltern zu informieren. (siehe Anlage)

Kontakt: Doreen Siebernik: 0151 15134652 und Udo Mertens 0151 15134654

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