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Nr. 15 / 2013Erzieherinnen und Erzieher in der Ganztagsschule fordern Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen

14.03.2013

Die GEW BERLIN fordert eine tarifliche Regelung der Arbeitsbedingungen für Erzieherinnen und Erzieher an Ganztagsgrundschulen und sonderpädagogischen Förderzentren.

Alltag in der Ganztagsschule: Erzieherinnen und Erzieher vertreten Lehrkräfte bei Unterrichtsausfall – das gehört nicht zu ihren Aufgaben, sie arbeiten viele Stunden gemeinsam mit Lehrerinnen und Lehrern im Unterricht -  dafür gibt es kein Personal.

Dafür fehlen die Erzieherinnen und Erzieher in den unterrichtsfreien Zeiten des Ganztags. In diesen Zeiten arbeiten sie z.T. allein mit 30 - 40 Kindern. Erzieherinnen und Erzieher haben keinen Anspruch auf verlässliche Vor- und Nachbereitungszeiten für ihre pädagogische Arbeit.

Die Folgen: Hohe Belastung der Erzieherinnen und Erzieher sowie unzureichende pädagogische Bedingungen für die Kinder.

Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Die mangelhafte Ausstattung der Schulen mit Lehrkräften wird zahllos kaschiert durch den Einsatz von Erzieherinnen und Erzieher für unterrichtliche Belange. Die Chancen, die die Ganztagsschule als Lern- und Lebensort bietet, werden so vertan. Erzieherinnen und Erzieher können durch ihre sozialpädagogischen Kompetenzen andere Lernprozesse gestalten und anregen, Kinder anders fördern und unterstützen. Diese Potentiale werden vielfach nicht genutzt.“

Die GEW BERLIN fordert deshalb die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Die GEW fordert tarifliche Regelungen über Vor- und Nachbereitungszeiten, eine Begrenzung des Einsatzes für unterrichtsbegleitende Tätigkeiten auf vier Stunden in der Woche sowie Entlastungen für ältere Kolleginnen und Kollegen. Noch hat der Finanzsenator nicht seine Bereitschaft erklärt, Tarifverhandlungen aufzunehmen.

Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Finanzsenator Nußbaum sollte sich keinen Illusionen hingeben, dass die Streikbereitschaft der Erzieherinnen und Erzieher an den Schulen nach der Tarifrunde erschöpft ist. Im Gegenteil, die GEW BERLIN kann den Senat nur davor warnen, die Kolleginnen und Kollegen zu unterschätzen. Erzieherinnen und Erzieher gehören einer Berufsgruppe an, die schon mehrfach bewiesen hat, dass sie kämpfen kann. Wir fordern den Finanzsenator auf, sich an den Verhandlungstisch zu begeben.“

In den Berliner Grundschulen und sonderpädagogischen Förderzentren arbeiten im Landesdienst ca. 4.500 Erzieherinnen und Erzieher.