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Nr. 04 / 2017Für die Gewaltprävention müssen den Schulen Ressourcen an die Hand gegeben werden

18.01.2017

Das „Berliner Programm gegen Gewalt an Schulen“ enthält aus Sicht der GEW BERLIN gute Ansätze. Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN gab jedoch zu bedenken: „Wie sollen die Kolleg*innen in den Schulen das alles schaffen, wenn viele von ihnen bereits an der Belastungsgrenze stehen? Wenn die Anforderungen an Pädagog*innen immer weiter nach oben geschraubt werden, dann sind Entlastungen an anderer Stelle nötig.“

Um die Aufgaben bewältigen zu können, fordert die GEW BERLIN mindestens zwei Anrechnungsstunden pro Lehrkraft. „Nur so können Elternarbeit, Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe, Schulpsychologie, Mitarbeit an Gewaltpräventions- und Konfliktmanagementkonzepten und Schulungen erfolgreich umgesetzt werden“, erläuterte Erdmann. Zudem sind zusätzliche Ressourcen erforderlich. „Die Berliner Schulen sind Ganztagsschulen, in denen verschiedene Professionen miteinander arbeiten. Dafür muss die Ausstattung im Ganztag verbessert werden“, betonte der GEW-Vorsitzende. Im Rahmen des Bündnisses „Qualität im Ganztag“ fordert die GEW BERLIN eine Verbesserung des Personalschlüssels von einer*m Erzieher*in für 15 Kinder.

In dem Programm, das gestern vom Berliner Senat beschlossen wurde, werden die vielfältigen Aufgaben der Schulen ausführlich beschrieben. Die Schulen sollen Anti-Gewalt-Trainings, Schulungen von Konflikt-Mediator*innen durchführen, Schulregeln und schulische Gewaltpräventions- und Konfliktmanagementkonzepte erarbeiten und „Koordinierungsrunden Konfliktbearbeitung“ einführen.

Das Programm sieht eine angemessene Ausstattung mit Jugendsozialarbeiter*innen und Schulpsycholog*innen vor. „Diese vagen Ausführungen zur Ausstattung sind uns zu wenig. Die GEW BERLIN fordert ganz konkret eine volle Stelle für Jugendsozialarbeit pro hundert Schüler*innen. Die Versorgung mit Schulpsycholog*innen muss auf die OECD-Vorgabe von mindestens einer Stelle für 2.500 Schüler*innen ausgebaut werden“, untermauerte Erdmann. Derzeit kommen in Berlin rund 5.700 Schüler*innen auf eine*n Schulpsycholog*in.