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Nr. 15 / 2015GEW BERLIN begrüßt Verschiebung der Einführung des neuen Rahmenlehrplans

24.04.2015

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Wir begrüßen ausdrücklich, dass Senatorin Scheeres und Minister Baaske dem Prozess der Überarbeitung des neuen Rahmenlehrplans und der Vorbereitung in den Schulen ein Jahr mehr Zeit einräumen. Die fast 5.000 Stellungnahmen zum neuen Rahmenlehrplan haben gezeigt: Es gibt in allen Schulen und vielen Gruppierungen großen Gesprächsbedarf. Im Gegensatz zur ersten Anhörungsfassung müssen deswegen jetzt die gesellschaftlich relevanten Gruppen wie Gewerkschaften, Migrant*innenverbände und Elternvertretungen verlässlich stärker bei der Überarbeitung in die Beratungen mit einbezogen werden. Wir stehen für Gespräche bereit.“

Die GEW BERLIN hat in ihrer Stellungnahme vom März 2015 insbesondere die fehlende Beteiligung bei der Erstellung des neuen Rahmenlehrplans bemängelt. Begrüßt wurden der schulstufenübergreifende Ansatz und der Gedanke der inklusiven Bildung. Neben Unklarheiten bei der Leistungsbeurteilung, der fehlenden Kohärenz beim fachübergreifenden Teil B und keiner klaren gemeinsamen Grundstruktur im fachbezogenen Teil C, kritisierte die Bildungsgewerkschaft die Fokussierung auf die Verwertungslogik der Schüler*innen für den Arbeitsmarkt. Die AG Schwule Lehrer in der GEW BERLIN beanstandete Rückschritte bei der Sexualerziehung.

Mit der Umsetzung der Ziele des neuen Rahmenlehrplans sind die Schulen zeitlich überfordert, wenn nicht nachgebessert wird und zusätzliche personelle und materielle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. So bekommen die Schulen zwar deutlich mehr Spielraum bei der Entwicklung eigener Curricula. Die Erstellung ist aber bereits jetzt sehr arbeitsintensiv und zeitaufwendig und bedarf nun noch mehr interner Abstimmungsprozesse.

Nach der Veröffentlichung der Anhörungsfassung zum neuen Rahmenlehrplan im November 2014 wollten die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft und das Brandenburger Bildungsministerium den Beteiligungsprozess im März 2015 abschließen. Ab August 2015 sollte der neue Plan im Abgeordnetenhaus beschlossen und ab dem Schuljahr 2016/2017 unterrichtswirksam werden. Der Zeitplan wurde nun um ein Jahr verschoben.

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