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Nr. 54 / 2018GEW BERLIN gegen Abschulungen von Willkommens-Schüler*innen

30.11.2018

Der Umgang mit Diskriminierung in Bildungseinrichtungen war Schwerpunkt der Landesdelegiertenversammlung der GEW BERLIN, die am 27. und 28. November stattgefunden hat. Wie wichtig der Schutz vor Diskriminierung ist, haben die erstmals bekannt gewordenen Zahlen zu Diskriminierungsfällen an Berliner Schulen gezeigt.

Die Landesdelegiertenversammlung der GEW BERLIN stellte fest: „Diskriminierung ist kein alleiniges Phänomen der radikalen Rechten. Als Ausdruck ungleicher Machtverhältnisse durchzieht sie auch unsere gewerkschaftlichen Beziehungen auf vielfältige Art und Weise. Die GEW BERLIN stellt sich Diskriminierungen entschieden entgegen. (…) Auch die GEW BERLIN muss sich selbstkritisch damit auseinandersetzen, wie sie ihre diskriminierungssensible Grundhaltung in den eigenen Strukturen stärker verankern kann.“

Die LDV setzte sich, auch aufgrund der öffentlichen Auseinandersetzungen um die Johanna-Eck-Schule, ebenfalls mit der Diskriminierung von Schüler*innen mit Migrationserfahrung auseinander. Hierzu fassten die Delegierten folgenden Beschluss:

„Die GEW BERLIN unterstützt alle Pädagog*innen in ihrem Einsatz für die schulische Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationserfahrung. Ein Schulwechsel nach einem Wohnortwechsel innerhalb Berlins oder aufgrund des Überschreitens einer Altersgrenze reißt die betroffenen Schüler*innen aus ihrem Lernumfeld und ihren sozialen Kontakten heraus und gefährdet ihren schulischen Erfolg.

Die GEW BERLIN lehnt die nicht pädagogisch begründete Ab- bzw. Umschulung der Schüler*innen wegen Wohnortwechsels oder Erreichens der Altersgrenze ab und verteidigt das gleiche Recht aller Schüler*innen auf bestmögliche Schulbildung auch in der Sekundarstufe. Pädagog*innen, die Kinder und Jugendliche gegen ethnische Diskriminierung verteidigen, schützt die GEW BERLIN vor Angriffen des Dienstherrn bzw. Arbeitgebers.

Die GEW BERLIN hält an ihrer Beschlusslage zur schnellstmöglichen Integration der neu zugewanderten Schüler*innen in Regelgruppen fest. Sie setzt sich aber dafür ein, dass andere erfolgreiche Konzepte, wie das der Johanna-Eck-Schule, weiterarbeiten und im Interesse der Sprachlerner*innen weiterentwickelt werden dürfen.“

Mit einer Forderung wandte sich das höchste Gremium der GEW BERLIN an die Senatsbildungsverwaltung: „Der Abbau von Diskriminierungen braucht ein Klima, in dem diese klar benannt und angemessen bearbeitet werden können. (…) Es braucht verlässliche Strukturen, an die Betroffene – sowohl Schüler*innen als auch Pädagog*innen und Eltern – sich wenden können, um Unterstützung zu erhalten. Die GEW BERLIN erneuert ihre Forderung nach einer unabhängigen Beschwerdestelle. Diese muss mit ausreichend personellen Ressourcen ausgestattet und im Stellenplan für den nächsten Doppelhaushalt verankert sein.“

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