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Nr. 01 / 2012GEW BERLIN: "Schulstreifen" können keinen Wachschutz ersetzen

10.01.2012

Die GEW BERLIN kritisiert den Einsatz von Ein-Euro-Jobbern als de facto Wachschutz an den Schulen in Neukölln. Diese „Schulstreifen“ sollen den Sicherheitsdienst ersetzen, den der Bezirk zum Ende 2011 kündigte.

Für Berlin und Brandenburg gibt es einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag zur Bezahlung der Beschäftigte im Wach- und Sicherheitsdienst. Mit der Übertragung dieser Aufgabe an nicht dafür ausgebildete Ein-Euro-Jobber öffnet das Land Berlin wiederholt den Arbeitsmarkt für eine Form des Lohndumping. Hier muss schnell eine vernünftige Regelung gefunden werden.

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN, erläutert dies: „Wir sehen ein, dass der Bezirk nach den Vorfällen der letzten Woche zügig reagieren muss. Sie machen deutlich, es geht um die Gewalt und die Drogen, die von außen in die Schule und den Schulalltag hineingebracht werden. Die sollen weiterhin am Tor gestoppt werden. Der Wachschutz hat diese Situation deutlich befriedet. Der jetzt gefundene Weg ist nur eine Notlösung, hier muss eine Alternative her.

Wachschutz wird auch an vielen anderen öffentlichen Gebäuden eingesetzt. Die Pädagoginnen und Pädagogen sind für die internen Probleme in der Verantwortung, nicht für die, die von außen kommen.

Auch Langzeitarbeitslose in MAE-Maßnahmen sind nur teilweise geeignet mit potentiellen Gewalttätern umzugehen und den richtigen Ton für die Schülerinnen und Schüler zu finden. Sie dürfen darüber hinaus schon tarifrechtlich gesehen nicht in Konkurrenz zu Beschäftigten auf dem ersten Arbeitsmarkt treten. Das geschieht aber scheinbar gerade in Neukölln.“

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