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Nr. 44 / 2013GEW BERLIN spricht sich gegen Kita-Pflicht aus

29.08.2013

Die GEW BERLIN spricht sich gegen die Einführung einer Kita-Pflicht aus. Die GEW BERLIN unter-stützt das Anliegen des Fraktionsvorsitzenden der SPD, Saleh, einen Kitabesuch aller Kinder zu erreichen, denn völlig unstrittig fördert der Kitabesuch die Förderung und Entwicklung der Kinder. In einer Kita-Pflicht sieht die GEW BERLIN allerdings kein geeignetes Mittel dieses Ziel zu erreichen.

Die GEW BERLIN fordert stattdessen:

Für den Kitabesuch muss verstärkt geworben werden. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten gute Kindertagesstätten mit ausreichend und gut qualifiziertem Personal. Nach Auffassung der GEW BERLIN ist zudem das leider immer noch komplizierte und bürokratische Anmeldeverfahren für Eltern ein Hindernis. Die GEW BERLIN fordert deshalb, allen Eltern einen Kita-Gutschein – spätestens zum ersten Geburtstag des Kindes – für einen beitragsfreien Ganztagsplatz zukommen zu lassen. Notwendig ist aus unserer Sicht außerdem der weitere quantitative und qualitative Ausbau von Familienzentren.

Voraussetzung dafür ist zudem, dass ausreichend Plätze und qualifizierte Erzieher/-innen zur Verfü-gung stehen. Die bisherigen Bedarfsplanungen gehen lediglich von einem Versorgungsgrad von 95 % aus. Dringende Aufgabe des Landes Berlin ist es außerdem, wirkungsvolle Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel (Steigerung der Attraktivität des Berufes durch Einkommensverbesserung, bessere Arbeitsbedingungen und größere gesellschaftliche Anerkennung) zu ergreifen und die Personalausstattung in den Kitas zu verbessern.

Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Eine Kita-Pflicht schafft kein Vertrauen der Eltern in diese Einrichtung, sondern wird eher neue Probleme schaffen. Ein verpflichtender Kitabesuch müsste zwangsläufig mit Sanktionen, z.B. Geldstrafen verbunden sein, denn dreijährige Kinder sollen ja wohl nicht mit der Polizei in die Kita gebracht werden. Die GEW BERLIN fordert den Senat auf, alle Anstrengungen zu verstärken, damit der freiwillige Kitabesuch gefördert wird.“