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Nr. 40 / 2011GEW BERLIN verlangt Klarheit zum "Schultrojaner"

04.11.2011

Derzeit herrscht vielfach Unklarheit bezüglich der geplanten Installation von Plagiats-Software an den Schulen. Hier muss angemessene Aufklärung erfolgen. 2010 hatten sich die Kultusminister mit den Schulbuchverlagen auf eine elektronische Überprüfung von Schulservern geeinigt, um Urheberrechtsverletzungen aufzudecken. Eine entsprechende Software soll von den Schulbuchverlagen erstellt werden und beginnend ab 2012 in den Schulen eingesetzt werden.

Die GEW BERLIN kritisiert, dass die Öffentlichkeit und insbesondere die von der Maßnahme Betroffenen erst aus den Medien von einem solchen breit angelegten Überprüfungsverfahren Kenntnis erhalten. Details darüber, welche Computer in welcher Weise in diese Maßnahme einbezogen werden, sind nur mühsam ermittelbar. Die Verärgerung von LehrerInnen und Schulleitungen über diesen Generalverdacht ist verständlich. Das Problem der Lehr- und Lernmittelknappheit und der nicht mehr vorhandenen Lernmittelfreiheit wird damit nicht gelöst.
 
Hartmut Schurig, Vorsitzender der GEW BERLIN, dazu: „Für die Lehrerinnen und Lehrer und alle am Schulleben Beteiligten muss Rechtssicherheit bestehen. Der Berliner Datenschutzbeauftragte und die Personalvertretungen sind rechtzeitig zu beteiligen. Das Geld wäre besser zur auskömmlichen Ausstattung der Schulen mit Lernmitteln und die Erstellung freier Unterrichtsmaterialien zu verwenden. Eine generelle Unterstellung von Urheberrechtsverletzungen bei der Erstellung von Unterrichtsmaterialien ist nicht hinnehmbar.“

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