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Nr. 25/2021Höchste Gewerkschaftsauszeichnung für Lore Kujawa

12.05.2021

Lore Kujawa ist heute die Hans-Böckler-Medaille verliehen worden. Kujawa, geboren am 4. November 1930 und aufgewachsen im Berliner Wedding, wurde im Jahr 1974 die erste weibliche Vorsitzende der GEW BERLIN und damit die erste Frau eines Landesverbands der GEW und auch die erste Frau an der Spitze eines DGB-Bezirkes. Verliehen wurde die höchste Auszeichnung, die der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zu vergeben hat, im kleinen Rahmen von der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Elke Hannack.

Elke Hannack, stellvertretende DGB-Bundesvorsitzende: „Mit Lore Kujawa würdigen wir eine Frau und Gewerkschafterin, die sich beispielhaft für gute Bildung, für Demokratie und
Menschenrechte eingesetzt hat – und gegen jegliche Diskriminierung. Sie steht für ein neues Politikverständnis und für Gleichberechtigung, die sie auch in der Gewerkschaftsbewegung vorangebracht hat. Der patriarchalen, alten Ordnung hat Lore Kujawa Sachbezogenheit, Frische und Gestaltungswillen entgegengesetzt. Dafür danken wir ihr heute.

Lore Kujawa war immer eine der Ersten und ihrer Zeit weit voraus. Sie geriet immer wieder an die Grenzen eines patriarchalen und autoritären Nachkriegsdeutschlands. Mit 39 Jahren wurde sie Schulleiterin an der Gottfried-Röhl-Schule im Wedding - und damit die jüngste weibliche Schulleiterin Berlins. Sie verschrieb sich und ihre Arbeit der Erziehung zum Frieden, zur Demokratie und zum Umweltschutz, organisierte Veranstaltungen und Ausstellungen und feierte damit viele Erfolge“, erklärte Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN, bei der Verleihung.

Lore Kujawa übernahm auch nach ihrer Zeit als Schulleiterin und Gewerkschaftsvorsitzenden viele Ehrenämter. So arbeitete sie beim Arbeitskreis Neue Erziehung mit und wurde Mitglied in der Internationalen Liga für Menschenrechte. Dort gründete sie den Antifaschistischen Ausschuss mit und organisierte Antifaschistische Stadtrundfahrten. Schließlich wurde sie zur Präsidentin der Liga gewählt und übte dieses Amt einige Jahre aus. 50 Jahre nach Kriegsende organisierte sie die Berliner Friedenswoche. Als Gründungsmitglied des Vereins Aktives Museum war Lore an der Erarbeitung des Konzepts für die Nutzung des ehemaligen Gestapo-Geländes beteiligt, der heutigen „Topographie des Terrors".

Lore Kujawa hat Meilensteine gesetzt. Auch im Alter von 90 Jahren ist sie gewerkschaftlich und gesellschaftlich aktiv, nimmt an Demonstrationen teil, ist bis heute aktives Mitglied der Senior*innen in der GEW. Wir verneigen uns vor einer großen Gewerkschafterin“, erklärte Erdmann.

Mehr Informationen zum Leben und Wirken von Lore Kujawa finden Sie unter https://www.gew-berlin.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/um-demokratie-muss-taeglich-gekaempft-werden/