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Nr. 05 / 2011Internationaler Bund (IB): Wer fair bezahlt, verliert!

24.02.2011

Der Internationale Bund (IB) hat angekündigt, sich in Berlin von 300 Mitarbeiter/innen zu trennen und die Arbeitsfelder „Berufsvorbereitung“ und „Berufliche Erstausbildung“ aufzugeben. Hintergrund dieser Maßnahme ist die Tatsache, dass der IB im Gegensatz zu vielen Billiganbietern seinen Beschäftigten Tariflöhne zahlt und damit nicht mehr ‚konkurrenzfähig’ ist.

Die Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke: „Das ist ein gesellschaftspolitischer Skandal erster Güte und zeigt das Versagen der Politik. Gerade der IB macht hervorragende Arbeit z.B. bei der Ausbildung von Jugendlichen ohne Schulabschluss und bietet damit eine wertvolle Ergänzung der staatlichen Angebote.“

Die Ankündigung des IB zeigt deutlich die Wichtigkeit des heutigen Protesttages des Deutschen Gewerkschaftsbundes gegen Leiharbeit und Lohndumping. Leidtragende der Billiglohnpolitik sind in erster Linie die Beschäftigten. Leidtragende sind aber auch gerade die Jugendlichen, die es ohnehin auf dem Arbeitsmarkt am schwersten haben. Denen werden mit dem Rückzug des IB sinnvolle und perspektivreiche Angebote gestrichen.

Rose-Marie Seggelke: „Von den politisch Verantwortlichen in Berlin haben wir bis jetzt außer empörten Sprüchen nichts gehört. Die helfen allerdings niemandem. Wir erwarten klare politische Initiativen der rot-roten Landesregierung, damit weder der IB noch weitere Sozialeinrichtungen, die Tariflöhne zahlen, aufgeben müssen.“