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Nr. 27 / 2011Keine Entwarnung: Erzieher/-innenmangel wird steigen

26.08.2011

Die GEW BERLIN begrüßt es, dass die Senatsbildungsverwaltung ihre Prognosen über den Kitaplatzbedarf korrigiert hat und erwartet, dass sie nun umgehend die Konsequen­zen aus diesen Erkenntnissen zieht. Außer der Schaffung neuer Plätze hat die Gewin­nung von qualifiziertem Fachpersonal höchste Priorität.

Die GEW BERLIN fordert den Senat auf, umgehend und nachhaltig wirksame Maßnah­men zu ergreifen, um dem Erzieher/-innenmangel in Berlin zu begegnen. Schon jetzt fehlen mehrere Hundert Erzieher/-innen in den Kitas und Grundschulen.

Der Ausbau der Ausbildungskapazitäten ist eine notwenige Maßnahme, die das Land Berlin schon angestoßen hat. Um aber erfolgreich für den Beruf der Erzieher/-in zu wer­ben, muss dieser deutlich attraktiver werden. Die Bezahlung in Berlin ist erheblich gerin­ger als im übrigen Bundesgebiet. Außerdem fehlt es an gesellschaftlicher Anerkennung des Berufs trotz stark gestiegener Anforderungen an die frühkindliche Bildung. Schlech­te Arbeitsbedingungen, befristete und Teilzeitarbeitsverhältnisse sind keine Anreize.

Die GEW BERLIN begrüßt die berufsbegleitende Ausbildung. Kritisch bewerten wir die derzeitige Praxis, die Auszubildenden bereits sechs Monate vor und während der Aus­bildung auf den Personalschlüssel anzurechnen. Durch diese Regel wird der quantitati­ve Fachkräftemangel verschleiert und erweitert um einen qualitativen.

Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Berlin hat viel in die frühkindli­che Bildung investiert. Der Mangel an Erzieherinnen und Erziehern verhindert schon heute den Kitabesuch zahlreicher Kinder und erschwert weitere notwendi­ge pädagogische Verbesserungen. Auch die bereits erreichten Qualitätsstan­dards sind in Gefahr. Der Senat muss schnellstens erforderliche und bedarfsge­rechte Maßnahmen einleiten.“