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Nr. 01 / 2013Lehrkräfte gegen Arbeitszeitbetrug

08.01.2013

Annähernd 7 500 Menschen haben die Petition der GEW BERLIN gegen eine Abschaffung der Arbeitszeitkonten ohne volle Kompensation unterzeichnet. Am Dienstag übergeben VertreterInnen der Bildungsgewerkschaft die Unterschriftenlisten an den Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland. Gleichzeitig wollen die GEW-VertreterInnen die Berliner PolitikerInnen auffordern, sich gegen jeden Betrug an der Arbeitszeit der Lehrkräfte zu wenden. Dazu erhalten alle Fraktionen Infomappen. Bildungsstaatssekretär Mark Rackles sagte den Landesdelegierten der GEW auf ihrer Delegiertenversammlung im November 2012, dass seine Verwaltung bis Jahresende einen Vorschlag zur Beendigung der Arbeitszeitkonten vorlegen werde.

Hartmut Schurig, Vorsitzender der GEW BERLIN: „Die Kolleginnen und Kollegen haben ein Anrecht auf Klarheit in dieser Frage. Jeder Lösungsvorschlag, der keine vollständige Kompensation der 2003 erhöhten Arbeitszeit vorsieht, stellt klar, dass der Finanzsenator die Berliner Schulpolitik bestimmt. Der viel beschworene Schulfrieden wird dadurch weiter gefährdet werden. Wenn die Arbeitszeitkonten nicht weiter anwachsen sollen, dann muss die Arbeitszeiterhöhung zurück genommen werden. Wenigstens muss die Unterrichtsverpflichtung für alle Lehrkräfte um eine Stunde reduziert werden.“


Hintergrund:

2003 wurde die Arbeitszeit im öffentlichen Dienst von Berlin erhöht. Aufgrund des Wegfalls des Urlaubsgeldes und der Reduzierung des Weihnachtsgeldes wurde diese Erhöhung acht Monate später für alle Beschäftigten zurückgenommen, nur für Lehrkräfte nicht. Als Ausgleich gab es unter anderem Arbeitszeitkonto-Tage. Das weitere Anwachsen der Konten soll nun wegfallen. Dafür wollen die Lehrkräfte einen vollen Ausgleich. Sonst ist es eine erneute Arbeitszeiterhöhung.

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