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Nr. 04 / 2014Lehrkräftebildungsgesetz wird beschlossen

30.01.2014

Getrennte Ausbildung für Lehrkräfte an ISS und Gymnasien schwächt die Sekundarschulen

Nach langem Tauziehen zwischen CDU und SPD wird das Abgeordnetenhaus heute über das neue Lehrkräftebildungsgesetz in Berlin abstimmen.

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Zehn Jahre nach der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen in der Berliner Lehrkräftebildung wird es endlich eine einheitlich lange und vollwertige Ausbildung für alle künftigen Lehrkräfte geben. Sie werden fachlich und pädagogisch besser auf die steigenden Anforderungen im Schulalltag vorbereitet, wozu vor allem der Umgang mit Heterogenität und die inklusive Bildung gehören. Zusammen mit dem Praxissemester sind das wichtige Schritte zur Verbesserung der Qualität von Schule und Unterricht.

Bei der Ausbildung von Lehrkräften für die Oberschulen wird allerdings eine große Chance vertan. Gegen den Rat fast aller Fachleute wird es auf Druck der CDU getrennte Masterstudiengänge für Lehrkräfte an ISS und an Gymnasien geben. Damit werden die Sekundarschulen weiter geschwächt, die schon heute unter einem gravierenden Lehrkräftemangel leiden. Es ist bedauerlich, dass die SPD sich in dieser Frage nicht gegen die rückwärtsgewandten Positionen der CDU durchsetzen konnte. Die CDU ihrerseits verschließt sich damit konsequent allen absolut nachvollziehbaren praxisnahen Argumenten der Universitäten.“

Die monatelange Blockadehaltung der CDU hat auch zur Folge, dass die neuen Studiengänge erst ein Jahr später als geplant starten können – zum Wintersemester 2015/16. Viele Studierende sind enttäuscht darüber, dass der Streit auf ihrem Rücken ausgetragen wird.

Bei der konkreten Ausgestaltung der neuen Lehrkräftebildung sind nach wie vor viele Fragen offen, da diese erst in Rechtsverordnungen der Senatsverwaltung geregelt werden sollen. Das betrifft zum Beispiel die Umsetzung des Teilzeit-Referendariats. Hierzu hat auch die GEW BERLIN konkrete Vorschläge unterbreitet. Die GEW BERLIN erwartet, dass die Verwaltung jetzt umgehend die geplanten Verordnungen vorlegt.