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Nr. 30 / 2012Mit Verschlechterungen ins neue Schuljahr

02.08.2012

Grundschulen, in besonderem Maße in sozialen Brennpunkten, erhalten zum neuen Schuljahr eine erheblich schlechtere Lehrerstundenausstattung als bislang. Wie erst jetzt bekannt wurde, wurden die Zumessungsrichtlinien nach der Erörterung im Landesschulbeirat noch einmal verändert.

Bislang erhielten Grundschulen, die ihre Klassen völlig korrekt gemäß der in der Grundschulverordnung vorgeschriebenen Bandbreite (23 bis 26 SchülerInnen; in Schulen mit über 40% Schülern nichtdeutscher Herkunft/lernmittelbefreit 21 bis 25 SchülerInnen) eingerichtet haben, pro Klasse zwei zusätzliche Förderstunden. Zukünftig - und das ist die neue Verschlechterung - werden diese Stunden völlig gestrichen, wenn die Klasse einer Schule im sozialen Brennpunkt 21 Schüler hat; bei 22 oder 23 Schülern erhält die Klasse nur noch eine Förderstunde zusätzlich.

An einzelnen Schulen macht die Streichung mehr als eine Lehrerstelle aus. Nach Informationen der GEW BERLIN soll durch die Verschlechterungen dem allgemeinen Spardruck nachgegeben und Stellen eingespart werden.

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN: " Eine böse Überraschung! Diese Verschlechterung steht im krassen Gegensatz zu den öffentlichen Äußerungen von Senatorin Scheeres, Schulen im sozialen Brennpunkt zu stärken. Hier werden Schulen abgestraft, die völlig korrekt gehandelt haben, um dem Spardruck nachzugeben."

Nach einer Überschlagsrechnung der GEW BERLIN werden durch diese Maßnahme ca. 50 Lehrerstellen eingespart. Die GEW BERLIN fordert Senatorin Scheeres auf, die Verschlechterung umgehend zurückzunehmen und dies öffentlich klarzustellen.

Die GEW BERLIN hält es für einen schlechten Stil und für rechtlich problematisch, wenn Verschlechterungen in die so genannten Zumessungsrichtlinien nach der Erörterung im Landesschulbeirat aufgenommen werden.

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