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Nr. 39 / 2016Neuer Senat muss bessere Bezahlung von Erzieher*innen durchsetzen

13.09.2016

Fast 2.000 Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen haben Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) wenige Tage vor der Wahl dazu aufgerufen, sich für ihre gerechte Bezahlung einzusetzen. Auf unterschriebenen 400 Euro-Scheinen fordern die Kolleg*innen, dass die Bezahlung der Berliner Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen aufgewertet und an das Niveau des TVöD angeglichen wird.

Um bis zu 430 Euro liegt das Einkommen einer Berliner Erzieherin im öffentlichen Dienst unter dem Gehalt ihrer Kolleg*innen in kommunalen Kitas der anderen Bundesländer. Übergeben wurde außerdem ein riesiger Spendenscheck in Höhe von 5.500 Euro – dem Land Berlin symbolisch als vorenthaltener Lohn für ein Jahr geleistete Arbeit von einer Erzieherin gespendet.

„Die Schlechterstellung der Berliner Erzieher*innen ist ungerecht und angesichts des gravierenden Mangels an Fachkräften in der Stadt absolut nicht nachvollziehbar“, ärgerte sich Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN. Für das Kita- bzw. Schuljahr 2016/17 geht die Bildungsverwaltung von einem Mangel in Höhe von mindestens 1.600 Erzieher*innen aus. „Aus Sicht der GEW BERLIN ist es dringend erforderlich, den Beruf Erzieher*in/Sozialpädagog*in aufzuwerten. Dazu gehört auch eine deutlich bessere Bezahlung“, so Siebernik.

Siebernik übergab im Rahmen einer lautstarken Kundgebung gemeinsam mit mehr als 200 Kolleg*innen die Unterschriften an Scheeres´ Jugendstaatssekretärin Sigrid Klebba. „Am Sonntag sind Wahlen in Berlin. Die Kolleg*innen fordern, dass auch dieses Thema unbedingt auf den Tisch der Koalitionsverhandlungen gehört und das Land Berlin Verantwortung übernimmt“, unterstrich die GEW-Vorsitzende. „Die Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen erwarten, dass sich Frau Scheeres genau dafür einsetzt“, betonte Siebernik.

„Die Anforderungen an unseren Beruf werden immer komplexer – da ist es schon frustrierend, dass die Kolleg*innen in anderen Bundesländern für die gleiche Arbeit so viel mehr verdienen. Wertschätzung sieht anders aus!“, sagte Burga Heck, Erzieherin an einer Schule in Lichtenberg.

Und auch Jana Stampka, Kita-Erzieherin im Eigenbetrieb NordOst, stellte fest: „In unseren Kitas fehlen sehr viele Erzieher*innen. Es wird immer schwerer, die freien Stellen zu besetzen. Das ist kein Wunder bei dieser Bezahlung!“

Während Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen in Berlin nach dem Tarifvertrag der Länder bezahlt werden, sind sie in den anderen Ländern nach dem besseren Tarifvertrag Sozial- und Erziehungsdienst im TVöD eingruppiert. Zum Beispiel verdient eine Erzieher*in in Regeltätigkeit in der Erfahrungsstufe 6 in Berlin 3.082 Euro und in einer Brandenburger Kommune 3.427,50 Euro.