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Nr. 26 / 2012Nicht die Rückläufer sind das Problem - die Verwaltung hätte sich vorbereiten müssen

15.06.2012

Positiv ist anzumerken, dass nicht mehr 1.000 RückläuferInnen aus den Gymnasien an die Integrierten Sekundarschulen kommen, wie zum Halbjahr prognostiziert, sondern nur noch 740 UmsteigerInnen. Aber alle betroffenen SchülerInnen brauchen einen akzeptablen Platz an einer Integrierten Sekundarschule. Die Verwaltung ist mit der Unterbringung der Schülerinnen und Schüler, die das Probejahr an den Gymnasien nicht bestanden haben, derzeit immer noch überfordert. Die gefundenen Lösungen stoßen teilweise auf berechtigte Kritik bei den Betroffen-en. So sollen jetzt viele dieser Schülerinnen und Schüler auf eine für sie wenig attraktive und nachgefragte Sekundarschule wechseln. In einigen Fällen sollen die Rückläuferklassen wegen Platzmangels von den Sekundarschulen sogar an Gymnasien ausgelagert und untergebracht werden.

Sigrid Baumgardt: „Egal ob Rückläufer oder neudeutsch Umsteiger – die Schüler und Schülerinnen, die das Probejahr am Gymnasium nicht bestanden haben, brauchen eine realistische zweite Chance auf einen positiven Verlauf ihrer Schulkarriere und auch auf das Abitur. Voraussetzung dafür ist, dass sie an ihrer neuen Schule die Chance auf Integration in den Schulbetrieb und in die Schülerschaft bekommen. Das geht nur, wenn sie nicht in Extraklassen für Rückläufer kommen oder noch extremer, diese Klassen wegen Platzmangels an Gymnasien ausgelagert werden. Psychologisch sind beide Varianten ein Desaster. Wir fordern, dass im kommenden Schuljahr an allen Sekundarschulen in den neuen siebten Klassen vorsorglich zwei Plätze frei gehalten werden, um im achten Jahrgang dann Schülerinnen und Schüler von Gymnasien aufzunehmen. Das ging zu Zeiten des Abschulens vom Gymnasium an die Realschulen und muss jetzt auch wieder möglich sein. Es brächte den angenehmen Nebeneffekt mit sich, dass die SchülerInnen in den 7. Klassen der Sekundarschulen noch besser gefördert werden könnten.“

Im kommenden Schuljahr 2012/2013 wird es etwa 550 neue 7. Klassen an den Sekundarschulen geben. Wenn diese mit 23 oder max. 24 SchülerInnen eingerichtet werden würden, gäbe es im 8. Jahrgang etwa 1.000 Plätze für die sogenannten UmsteigerInnen. Das würde nach unserer Berechnung etwa 40 Klassen beziehungsweise 50 Lehrerstellen zusätzlich bedeuten. Bei diesem vorausschauenden Vorgehen wäre auch das Raumproblem vor dem Einrichten der 7. Klassen gelöst.