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Nr. 38 / 2015Qualitätsverbesserung in Kitas muss leider warten

24.11.2015

Mit großem Befremden hat die GEW BERLIN zur Kenntnis genommen, dass die Koalitionsspitzen von SPD und CDU beschlossen haben, stufenweise die Beitragsfreiheit für den Kita-Besuch von Kindern unter drei Jahren einzuführen.

Die Qualitätsentwicklung stand während der letzten Monate im Fokus der Diskussionen um die frühkindliche Bildung und Erziehung in Berlin. Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Eine Verbesserung des Personalschlüssels ist dringend nötig. Berlin ist bundesweit Schlusslicht bei der Personalausstattung, insbesondere im Bereich der ganz kleinen Kinder. Die Koalition will zwar ebenfalls in einem Stufenplan die Personalausstattung für einen Teil der unter Dreijährigen verbessern, dies ist allerdings völlig unzureichend.“ Die geplanten Verbesserungen kommen nur dem kleinen Teil der Kinder zu Gute, die in sozialen Brennpunkten leben. Aber auch hier bleiben sie deutlich hinter der von Wissenschaftler*innen für nötig befundenen Erzieher*in-Kind-Relation zurück.

Siebernik weiter: „Natürlich tritt auch die GEW BERLIN für die Beitragsfreiheit aller Bildungseinrichtungen ein. Im Moment hat aber die Qualitätsverbesserung in den Einrichtungen oberste Priorität. Da sind sich alle Fachleute in dieser Stadt einig. Es ist nicht nachvollziehbar, dass sich die SPD so deutlich über das Votum ihrer eigenen Mitglieder hinwegsetzt.“ Auch bei den Erzieher*innen in den Kitas, die seit langem eine bessere Personalausstattung für die Umsetzung des Berliner Bildungsprogramms fordern, stoße dieser Vorstoß auf Unverständnis, betonte die GEW-Vorsitzende. Für die Beitragsfreiheit sei plötzlich Geld da, während eine echte Verbesserung des Personalschlüssels auf die lange Bank geschoben werde.

„Die von der Koalition geplanten 60 Millionen Euro reichen zur Qualitätsverbesserung hinten und vorne nicht aus“, kritisierte Siebernik. „Berlin ist nicht nur Schlusslicht bei der Erzieher*in-Kind-Relation, sondern auch bei der Bezahlung der Erzieher*innen, und das mit deutlichem Abstand. Wenn das Land die dringend erforderlichen Fachkräfte gewinnen will, muss es die Bezahlung seiner Erzieher*innen auf das Niveau in den anderen Bundesländern anheben.“

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