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Nr. 24/2021Scheeres überrumpelt erneut die Erzieher*innen

11.05.2021

Die GEW BERLIN kritisiert die heute angekündigte Rückkehr der Kitas in den Regelbetrieb scharf. Die Berliner Kita-Erzieher*innen müssen wieder einmal aus der Presse erfahren, dass sie die Kitabetreuung ab Montag uneingeschränkt anzubieten haben. Ihnen bleibt damit nur ein Arbeitstag, um den Kitabetrieb umzuorganisieren und eine verlässliche Betreuung für alle Kinder unter der Berücksichtigung des Gesundheitsschutzes konzeptionell zu planen.

Uns stellt sich einmal mehr die Frage, warum die Senatsverwaltung nicht abwarten konnte, bis alle Kolleg*innen eine Impfung erhalten haben. Einmal mehr stellt sich die Frage, warum jetzt die Kitas vollends geöffnet werden, während zum Beispiel die Schulen weiterhin im Notbetrieb verharren. Einmal mehr stellt sich die Frage, warum die Erzieher*innen nicht in die Planung der Kitaöffnung einbezogen werden“, erklärte die Vorsitzende der GEW BERLIN, Doreen Siebernik.

Die Landesvorsitzende stellte klar, dass bereits jetzt über 50 Prozent der Kinder die umfangreiche Notbetreuung in Anspruch nehmen. „Natürlich wollen wir, dass alle Kinder wieder zurück in ihre Kita kommen. Wir merken die Bedürfnisse seitens der Familien und Kinder Tag auf Tag neu. Klar ist aber auch, dass wir uns immer noch in einer Pandemie befinden und viele Erzieher*innen noch keinen Impfschutz haben.“  

Der GEW BERLIN ist unklar, welches Konzept die Senatsverwaltung mit der überstürzten Öffnung verfolgt. Klar ist jedoch, dass die Pandemie auch vor den Kitas nicht Halt macht und vor allem die asymptomatischen Krankheitsverläufe bei den Kindern das Pandemiegeschehen sehr unübersichtlich machen. „Alle Schutzmaßnahmen können nur bedingt helfen, denn körperliche Nähe ist für eine gute Bildung, Erziehung und Betreuung in den Kitas unabdingbar“, erläuterte Siebernik.

Die Berliner Erzieher*innen werden sich erneut ärgern, dass ihnen nicht zugehört wird – wie schon über die ganze Zeit der Pandemie. Sie werden sich weiter unter Aufsicht testen lassen, weiterhin in zu kleinen Räumen mit zu vielen Kindern ein Bildungsangebot gestalten und sie werden sich weiterhin fragen, ob sich überhaupt jemand für ihre Situation interessiert. Frau Scheeres zumindest scheint sich nicht für sie zu interessieren!“, so Siebernik.