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Nr. 01 / 2017Scheeres versäumt Qualifizierung von Integrationserzieher*innen

12.01.2017

Die GEW BERLIN kritisiert Bildungssenatorin Sandra Scheeres für Versäumnisse bei der Qualifizierung von Erzieher*innen. „Die Ausbildung der dringend benötigten Facherzieher*innen für Integration liegt für die Berliner Schulen in der direkten Verantwortung der Senatsbildungsverwaltung. Seit Jahren gibt es einen großen Handlungsbedarf, doch die Senatorin reagiert nur halbherzig – dabei liegt die Lösung auf der Hand“, bemängelte die Vorsitzende der GEW BERLIN, Doreen Siebernik.

In den Berliner Schulen sind rund 130 Erzieher*innen als Facherzieher*innen für Integration tätig, ohne über die vorgeschriebene Zusatzausbildung zu verfügen. Darüber hinaus gibt es einen Schulungsbedarf für weitere 100 Kolleg*innen, die diese Tätigkeit ausüben wollen. Nachdem die Weiterbildung im letzten Jahr ausgefallen ist, weil sie in der Planung vergessen wurde, soll nun im September 2017 ein Kurs für gerade einmal 26 Personen aufgelegt werden. „In diesem Tempo wäre der Qualifizierungsbedarf frühestens in zehn Jahren abgearbeitet, wenn nicht die neuen Herausforderungen der Inklusion weitere Stellen notwendig machen würden“, ärgerte sich Siebernik.

Das halbherzige Vorgehen der Senatorin verwundert auch Marion Leibnitz, Vorsitzende des Gesamtpersonalrates der allgemeinbildenden Schulen. „In Berlin gibt es sehr gute staatliche sozialpädagogische Fachschulen, die diese Ausbildung sofort übernehmen würden“, so Leibnitz. „Innerhalb kürzester Zeit könnte die Weiterbildung in vier Kursen den Bedarf abdecken. Die staatlichen beruflichen Schulen, zum Beispiel die Anna-Freund-Fachschule und die Fachschule für Sozialpädagogik II in Pankow, haben sehr gutes Fachpersonal. Die Senatsschulverwaltung nutzt dieses Potential nur leider nicht.“

Senatorin Scheeres betont stets den dringenden Bedarf an gut ausgebildeten Erzieher*innen. Die GEW-Vorsitzende Siebernik rief Scheeres daher auf, ihren Worten zu allererst im eigenen Hause Taten folgen zu lassen. „Sichern Sie die Ausbildungsmöglichkeiten in den staatlichen Fachschulen, damit der Bedarf mit gut ausgebildeten Facherzieher*innen gedeckt werden kann!“

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