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Nr. 25 / 2012Schlechter Start für die Ganztagsgrundschulen

14.06.2012

Die Berliner Ganztagsgrundschulen werden mit viel zu wenig Erzieherinnen und Erziehern ins neue Schuljahr starten. Seit Wochen und Monaten ist bekannt, dass einige Hundert Neueinstellungen vorgenommen werden müssen. Jetzt, kurz vor Schuljahresende, steht fest, dass mindestens 150 bis 250 Erzieherinnen und Erzieher fehlen werden. Es laufen zwar noch Einstellungsverfahren, aber es gibt nicht genügend Bewerber/-innen, um den Bedarf zu decken. Die GEW BERLIN geht davon aus, dass mindestens 70 Stellen nicht besetzt werden können. Dazu kommen ca. 140 weitere Stellen für den erweiterten Anspruch auf einen Ganztagsplatz für Kinder der 5. und 6. Klasse. Auch dafür wird nach den Sommerferien kein Personal vorhanden sein. Die Senatsbildungsverwaltung ist dringend gefordert, unverzüglich weitere Stellenausschreibungen und Einstellungen auf den Weg zu bringen, um die Ganztagsangebote sicher zu stellen. Diese Nachsteuerung darf nicht - wie in diesem Schuljahr - erst 19 Tage vor dem Ende des Schuljahres erfolgen.

Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Das neue Schuljahr startet mit einem Defizit von ca. 150 bis 200 Erzieherinnen und Erziehern. Die Senatsbildungsverwaltung hat viel zu spät begonnen, Neueinstellungen vorzunehmen. Damit wurde der Zeitpunkt verschlafen, an dem Erzieherinnen und Erzieher, die jetzt die Ausbildung beenden, auf Arbeitssuche waren. So haben fast alle Absolventinnen und Absolventen schon einen Arbeitsvertrag unterschrieben und stehen der Ganztagsgrundschule nicht mehr zur Verfügung. Die GEW BERLIN fordert den Senat auf, endlich nachhaltige Maßnahmen zu ergreifen, um den Beruf der Erzieher/-in attraktiver zu machen. Dazu gehören ohne Wenn und Aber: Bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen.“