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Nr. 50 / 2016Senat muss vereinbarte Maßnahmen schnell umsetzen

08.12.2016

Die GEW BERLIN gratuliert Michael Müller zur Wiederwahl zum Regierenden Bürgermeister und Sandra Scheeres zur Ernennung als Senatorin für Bildung und Jugend. „Angesichts der riesigen Herausforderungen im Bildungsbereich befürworten wir die personelle Kontinuität. Nun muss und kann sich der rot-rot-grüne Senat ohne Verzögerungen an die Arbeit machen“, erklärte die Vorsitzende der GEW BERLIN, Doreen Siebernik, anlässlich der Vereidigung des neuen Senats.

Die GEW BERLIN fordert, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarten Maßnahmen möglichst unmittelbar umgesetzt werden. „Unsere Mitglieder erwarten Antworten, wie und wann der neue Senat die bessere Bezahlung der Grundschullehrkräfte erreichen und die Diskrepanzen zwischen Vergütung und Besoldung der Lehrkräfte auflösen will“, erklärte Siebernik. Sie rief die Bildungssenatorin und Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen dazu auf, in den anstehenden Gesprächen konkrete Lösungen anzubieten.

Gesprächsbedarf besteht aus Sicht der GEW BERLIN auch bei der Weiterentwicklung der Ganztagsschule. Ein Thema, das im Koalitionsvertrag schlicht vergessen wurde. „Wir brauchen eine Qualitätsentwicklung, mehr Erzieher*innen und wir müssen sie besser bezahlen. Berlin muss endlich Standards definieren, wie eine gute Ganztagsschule aussehen soll“, betonte Siebernik. Angesichts des großen Fachkräftemangels an Erzieher*innen und ihrer unterdurchschnittlichen Bezahlung befürchtet die GEW eine Aufweichung des Fachkräftegebotes im Ganztag und in den Kitas.

Am schlimmsten drückt den Lehrkräften der Schuh beim Thema Inklusion. „Sowohl die Kinder und Jugendlichen als auch die Kolleg*innen brauchen Rahmenbedingungen, die gemeinsames Lernen ermöglichen. Dafür muss der neue Senat die notwendigen Räume schaffen und ausreichend Personal einstellen“, verlangte Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN.

Wichtiges Thema in der Schulpolitik der kommenden Legislaturperiode wird insofern der Schulbau sein. „Wenn die Lerngruppen nicht noch größer werden sollen, braucht Berlin in den nächsten fünf Jahren 30 neue Schulen“, erläuterte Erdmann. „In diesen lernen die Kinder und Jugendlichen auch noch am Ende dieses Jahrhunderts. Es reicht deshalb nicht, das alte Musterraumprogramm einfach fortzuschreiben, sondern die neuen Gebäude müssen durchgehend als Ganztagsschulen geplant und gebaut werden“, so der Vorsitzende.

Den künftigen Wissenschaftssenator Michael Müller rief Erdmann dazu auf, gute Arbeitsbedingungen an den Berliner Hochschulen zur Chefsache zu machen. „Wir fordern, dass wir und die Beschäftigtenvertretungen in den Hochschulen von Anfang an in die Ausgestaltung besserer Arbeits- und Qualifizierungsbedingungen einbezogen werden“, betonte Erdmann. Die Verhandlungen über die Hochschulverträge bieten nach Ansicht der GEW eine gute Gelegenheit, die vagen Absichtserklärungen des Koalitionsvertrages konkret und zügig umzusetzen.