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Nr. 6/2021Senatorin muss Stimme der Beschäftigten anhören

21.01.2021

„In Zeiten der Corona-Pandemie müssen auch für das Abitur besondere Regelungen gelten. Wir rufen die Berliner Bildungssenatorin dazu auf, sich in der heutigen Sitzung der Kultusministerkonferenz dafür einzusetzen, dass sich die Länder gemeinsam auf flexible Lösungen einigen und eine rechtsverbindliche Grundlage für die gegenseitige Anerkennung der Abschlüsse schaffen“, forderte Tom Erdmann, Vorsitzender der GEW BERLIN.

Die GEW BERLIN spricht sich dafür aus, dass das Abitur im Extremfall in diesem Schuljahr auch ohne Prüfung abgelegt werden kann. „Vorleistungen, die bereits erbracht worden sind und die ohnehin den größten Teil der Note ausmachen, reichen als Bewertungsgrundlage für die Abiturnote aus“, erklärte Erdmann. Voraussetzung sei die bundesweite Anerkennung der Abschlüsse.

Erdmann rief Bildungssenatorin Scheeres erneut auf, sich schnellstens gemeinsam mit den Beschäftigtenvertretungen an einen Tisch zu setzen, um über einen Umgang mit der Corona-Krise ins Gespräch zu kommen.

Überlegungen zu einer Verlegung der Prüfungen in die Ferien erteilte Erdmann eine klare Absage: „Eine Verlängerung des Schuljahres in die Sommerferien hinein lehnen wir ab. Dies ginge zu Lasten der Schüler*innen und Beschäftigten. Die Arbeitsbelastung ist in den vergangenen Corona-Monaten schon über der Schmerzgrenze, denn in den letzten neun Monaten haben die Lehrkräfte praktisch durchgearbeitet.

Auch beim Thema der Notbetreuung in Kitas fehlt der GEW BERLIN eine Einbeziehung der Beschäftigten. „Nach dem sich der Bund und die Länder am Montag auf eine Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns verständigt haben, sehen sich die Berliner Kitas einmal mehr alleine gelassen. Nun gibt es zwar eine lange Liste, wer den Anspruch auf eine Notbetreuung hat, diese wurde den Kitas allerdings völlig unkommentiert ausgehändigt. So können sie nicht damit arbeiten“, kritisierte Erdmanns Co-Vorsitzende Doreen Siebernik.

Die GEW BERLIN hat in der letzten Woche in einem Brandbrief klare Regelungen für die Notbetreuung in den Kitas gefordert und sich für einen besseren Arbeits- und Gesundheitsschutz stark gemacht. „Unseren Brandbrief haben 13.000 Kolleg*innen unterschrieben. Sie wollen gehört und vor allem beteiligt werden, wenn es um die Regelungen in ihrem Arbeitsbereich geht. Sie wollen nicht vor vollendete und unklare Tatsachen gestellt werden“, sagte Siebernik.