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Nr. 37 / 2013Senatsinspektion: Zeugnisübergabe

17.06.2013

Einen Tag vor der Zeugnisausgabe für die Berliner Schüler/-innen, erhält die Bildungssenatorin Sandra Scheeres ein symbolisches Zeugnis. Bewertet wurden ihre im Koalitionsvertrag vereinbarten Vorhaben zur Verbesserung der Bildungsqualität in der Stadt. Pädagog/-innen, Eltern und Schüler/-innen waren aufgerufen zu Themen wie inklusiver Bildung, individueller Förderung und Arbeitsbedingungen Schulnoten zu vergeben. Aus über 1 400 Antworten von 452 Schulen wurden dann die Durchschnittsnoten errechnet.

Hartmut Schurig, Vorsitzender der GEW BERLIN: "Was kommt bei den Pädagoginnen und Pädagogen nach fast zwei Schuljahren mit rot-schwarzer Bildungspolitik an? Lehrkräfte werden um die Arbeitszeitkonten betrogen, da der Senat weder die Arbeitszeiterhöhung von 2003 zurückgenommen, noch eine angemessene Kompensation gewähren wird. Auch ist er nicht zu einer tariflichen Gleichstellung von angestellten und beamteten Lehrkräften bereit. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist eine hohle Phrase. Prekäre und krank machende Arbeit in den Schulen wird so lange ignoriert, bis sie an die Öffentlichkeit gezerrt wird. Solche Bedingungen werden dann öffentlich als attraktive Arbeitsbedingungen verkauft. So kann es keinen Schulfrieden geben!"

Florian Bublys, Sprecher der Initiative „Bildet Berlin“: „Mit über 400 beteiligten Schulen ergibt das Ergebnis der bisher größten Umfrage zur Schulqualität in Berlin ein düsteres Bild. Besonders erschreckend erscheint, dass die Bedürfnisse von Schüler/-innen, Eltern und Pädagog/-innen in der Politik des Senats offensichtlich kaum eine Rolle spielen. Diese Realität spiegelt sich auch in den zurzeit laufenden Haushaltsberatungen wider: Bildung besitzt keine politische Priorität! Es ist kaum nachvollziehbar, dass für den Flughafen aus dem Nichts 400 Mio. Euro zur Verfügung gestellt werden können, gleichzeitig aber der Unterrichtsbedarf nicht adäquat abgedeckt wird, die Schulgebäude in einem desaströsen Zustand sind und nicht ausreichend Geld für die Inklusion bereit gestellt wird. Unsere Senatsinspektion hat aufgedeckt, dass die wohlklingenden Formulierungen aus dem Koalitionsvertrag wertlos sind. Wir fordern die politisch Verantwortlichen dazu auf, die Schulen endlich in ihrer Bedeutung für das Gemeinwesen wahrzunehmen und entsprechend nachhaltig zu handeln! Schon John F. Kennedy wusste: Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung.“

„Bildet Berlin“ und die GEW BERLIN initiierten die Senatsinspektion als ein Pendant zu den Schulinspektionen. Vom 30. April bis zum 9. Juni konnte man sich unter www.senatsinspektion.de an der Umfrage beteiligen.