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Nr. 30 / 2011Umstrukturierungen der Kitalandschaft gefährden Platzversorgung

21.09.2011

 Die GEW BERLIN appelliert an die künftigen Koalitionspartner, nicht leichtfertig die Versorgung mit Kitaplätzen durch Umstrukturierungen zu gefährden.

Wie jetzt bekannt wurde, gibt es innerhalb der SPD-geführten Finanzverwaltung Überlegungen, die fünf Kita-Eigenbetriebe in öffentlicher Trägerschaft des Landes Berlin umzustrukturieren. Die Kita-Eigenbtriebe haben in ihrer Trägerschaft ca. ein Drittel der Kitaplätze, zwei Drittel befinden sich in freier Trägerschaft. In der Diskussion ist nun, weitere Kitas an freie Träger zu übertragen und die verbleibenden Einrichtungen der Eigenbetriebe zu zwei gGmbHs zusammen zufassen.

Die GEW BERLIN hält ein solches Vorhaben für falsch. Gerade in einer Situation, in der mehrere Tausend Kitaplätze fehlen ebenso wie Hunderte ErzieherInnen, sollte das Land Berlin alle Anstrengungen darauf konzentrieren, für alle Kinder einen Platz in der Bildungseinrichtung Kita zur Verfügung zu stellen.

Für die Erzieher/-innen in den Kita-Eigenbetrieben gilt das öffentliche Tarifrecht des Landes Berlin. Es ist zu befürchten, dass mit der Rechtsformänderung in eine GmbH intendiert ist, eben dieses Tarifrecht zu verlassen. Viele freie Träger sind nicht tarifgebunden und die dort beschäftigten Erzieher/-innen haben oft schlechtere materielle Arbeitsbedingungen.

Die GEW BERLIN weist nachdrücklich darauf hin, dass eine solche Umstrukturierung zu einer große Verunsicherung bei den Beschäftigten führen würde.

Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN: „ Eine Umstrukturierung der Kitalandschaft kann sich Berlin überhaupt nicht leisten. Ein solches Vorhaben wäre verantwortungslos gegenüber Eltern und Kindern, die dringend einen Platz suchen, aber auch den Beschäftigten gegenüber. Im Mittelpunkt aller Anstrengungen muss die Schaffung bedarfsgerechter Kitaplätze stehen und die Gewinnung von qualifiziertem Fachpersonal. Eine weitere Verschlechterung der Einkommen wird dazu führen, dass noch mehr junge ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher Berlin verlassen und sich dort einen Arbeitsplatz suchen, wo die Bedingungen besser sind.“
Die Eigenbetriebe wurden 2006 aus den ehemals bezirklichen Kindertagesstätten gegründet. Die fünf Kita-Eigenbetrieben haben insgesamt 280 Einrichten mit ca. 31.000 Plätzen. Dort sind ca. 7.000 Erzieher/-innen beschäftigt.