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Nr. 21/2021Wichtiger Abschluss erreicht

15.04.2021

Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg KdöR und die GEW BERLIN haben eine Tarifeinigung erzielt. Nach nur zwei Verhandlungsrunden erreichten die Tarifparteien einen für beide Seiten tragenden Kompromiss. Der ausgehandelte Tarifvertrag wird rückwirkend zum 1. Januar 2020 wieder in Kraft gesetzt.

David Driese, Vorstand des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg KdöR: „Wir wollen Tarif. Das war, ist und bleibt unser Ziel für unsere 1.400 Beschäftigten. Hinter uns liegen konstruktive Verhandlungsgespräche mit der GEW. Die nun vorliegende Tarifeinigung kann sich richtig sehen lassen und tritt rückwirkend zum 1. Januar 2020 in Kraft. Besonders freut mich, dass wir mit der GEW einen Weg gefunden haben, den Welthumanist*innentag, unseren Feiertag zur Sommersonnenwende, in das Tarifwerk einfließen zu lassen.“

Udo Mertens, Verhandlungsführer der GEW BERLIN: „Insgesamt können alle Beschäftigten des HVD Berlin-Brandenburg für den Zeitraum von 1.1.2020 bis 31.12.2022 mit Entgelterhöhungen zwischen 5,5 und 10 Prozent rechnen, unter Anrechnung bereits einseitig ausgezahlter Beträge. Zusätzlich konnten wir uns auf einen Urlaubsanspruch von mindestens 30 Tagen für alle einigen. Verbesserte Zulagenregelungen und eine insgesamt günstigere Regelung bei Höhergruppierungen wurden vereinbart. Die Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 39 Stunden für einen Teil der Beschäftigten erfolgt bei vollem Lohnausgleich und freiem Wahlrecht aller Beschäftigten, bei 38,5 Stunden zu verbleiben."

Sebastian Jeschke (PTG), der Verhandlungsführer des Arbeitgebers, ergänzte: „Ziel des HVD Berlin-Brandenburg war und ist es, für die Beschäftigten und den Verband gleichermaßen die sicheren Rahmenbedingungen des Tarifvertrages zu erhalten und die bereits in den letzten Jahren begonnene deutliche Aufwertung sozialer Arbeit fortzusetzen. Das ist mit der vorliegenden Einigung gelungen. Freie Träger übernehmen einen Großteil der Daseinsvorsorge für den Staat, bekommen dafür aber noch immer weniger Geld als dessen eigene Betriebe. Diese Schieflage muss behoben werden. Tarifverträge sind hierfür der richtige Weg. Um den Druck auf den Gesetzgeber weiter zu erhöhen, verfolgen wir als Paritätische Tarifgemeinschaft weiter das Ziel zukünftig einen gemeinsamen Flächentarif für freie Träger zu erreichen."

Hintergrund: Die Tarifverhandlungen zwischen dem HVD Berlin-Brandenburg und den Gewerkschaften ver.di und der GEW waren im vergangenen Herbst gescheitert. Im Januar und Februar fanden Sondierungsgespräche zwischen dem Geschäftsführer der Paritätischen Tarifgemeinschaft (PTG), dem Vorstand des HVD BB und dem Verhandlungsführer des Berliner Landesverbandes der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW BERLIN) statt.