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Nr. 59 / 2013Zweiter Brandbrief der Jugendhilfeausschussvorsitzenden

05.12.2013

Vor genau einem Jahr richteten alle Jugendhilfeausschussvorsitzenden einen Brandbrief an den Senat und forderten für die Ausgaben der Kinder- und Jugendarbeit ein Moratorium. Aber passiert ist nichts, bis auf einige Gespräche mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft. Dort wurde versichert, dass man gegen den weiteren Abbau von Leistungen der Kinder- und Jugendarbeit sei. Die den Jugendhilfevorsitzenden in Aussicht gestellten elf Millionen Euro stellte die SPD/CDU-Koalition letztendlich nicht in den Haushalt ein, stattdessen senkte sie die Leistungen der Jugendarbeit in diesen Jahr um 4,25 Millionen Euro, weswegen die Bezirke Angebote zum Beispiel in Jugendfreizeitstätten, Kinderbauernhöfen oder Angebote der Jugendkulturarbeit abbauen mussten.

Für viele Träger der Jugendhilfe wird das voraussichtlich das Aus bedeuten. Weiter sehen die Jugendhilfeausschussvorsitzenden den aktiven Kinderschutz in den regionalen Sozialpädagogischen Diensten (RSD) in den Jugendämtern mehr als nur gefährdet. In einigen Bezirken, wie z.B. in Mitte, sind die RSD kaum noch arbeitsfähig. Der Grund hierfür ist eine unzureichende Personalausstattung in den Regionalen Sozialpädagogischen Diensten.

Andreas Kraft, Leiter des Vorstandsbereichs Kinder-, Jugendhilfe und Sozialarbeit der GEW BERLIN: "Es ist schon bemerkenswert das alle Jugendhilfeausschussvorsitzenden, nun bereits zum zweiten Mal, mit einem Brandbrief auf die katastrophale Situation der Kinder- und Jugendarbeit in dieser Stadt aufmerksam machen. Ebenso bemerkenswert ist es, dass der erste Ruf vor genau einem Jahr nicht gehört wurde und es ist stark zu befürchten, dass auch der zweite Ruf nicht erhört wird. Dieses Verhalten des Senats ist ein Armutszeugnis – es zeigt auch, dass die Kinder- und Jugendarbeit keine Priorität für ihn hat. Wir fordern daher den Senat auf mit dieser zynischen Haushaltspolitik aufzuhören und endlich die notwendigen Mittel für eine präventive und verlässliche Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Alles andere ist Raubbau an der Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen.“

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