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Nr. 19 / 2014Arbeitszeiterhöhung für Lehrkräfte zementiert - Wertschätzung geht anders

12.06.2014

Berliner Lehrkräfte protestieren gegen den Umgang mit ihren Arbeitszeitkonten. 7500 Protestschreiben sind im Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses eingegangen. Weitere 4000 individuelle Schreiben hat die GEW BERLIN erhalten. Etwa 300 Berliner Kollegien protestierten gemeinsam gegen den Umgang der Senatsbildungsverwaltung mit den Arbeitszeitkonten. Diese Protestschreiben der Schulen, der Bezirkslehrer/-innenausschüsse und weiterer Vertretungen sowie die individuellen Protestschreiben werden heute vor der Sitzung des Bildungsausschusses den Bildungspolitiker/-innen übergeben.

Die Nachwirkungen des Berliner Solidarpaktes aus dem Jahre 2003 bekommen die Lehrkräfte an Berliner Schulen jetzt zu spüren. Ihre Erhöhung der Arbeitszeit, die im Unterschied zu den anderen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes vor elf Jahren nicht wieder zurück genommen wurde, ist mit Arbeitszeitkonten kompensiert worden. Auf diesen Konten sind inzwischen bis zu 55 Arbeitstage angespart worden. Nun werden diese Arbeitszeitkonten geschlossen, die Arbeitszeiterhöhung wird beibehalten. Die Arbeitszeit soll perspektivisch durch zusätzliche Präsenztage in den Ferien weiter erhöht werden. In den kommenden Schuljahren sollen die Arbeitszeitkonten sukzessive abgebaut werden. Durch den Berechnungsmodus wird eine Grundschullehrkraft um etwa ein Zehntel ihrer angesparten Arbeitszeit gebracht.

Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Es gibt weder eine annähernd faire Kompensation für die nun dauerhaft erhöhte Arbeitszeit der Berliner Lehrkräfte, noch erhalten unsere Kolleg/-innen einen angemessenen Ausgleich für das angesparte Arbeitszeitvolumen. Die kommenden Präsenztage werden zu einer weiteren Arbeitszeiterhöhung führen. Dagegen haben jetzt wiederum tausende Kolleginnen und Kollegen protestiert. Die Bildungssenatorin hat sich mit ihrer Rolle rückwärts bei ihren Dienstkräften nachhaltig unglaubwürdig gemacht. Die Verantwortung für eine deutliche Demotivierung der Berliner Lehrkräfte müssen sowohl Frau Scheeres als auch die Herren Wowereit und Nußbaum übernehmen.“