GEW - Berlin
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Nr. 26 / 2014Ein guter Start ? - GEW BERLIN zum neuen Schuljahr

22.08.2014

Am Montag beginnt nach sechseinhalb Wochen Ferien wieder die Schule. Doch auch wenn es für dieses Schuljahr gelungen ist, 2000 Stellen zu besetzen, mahnt die GEW BERLIN weiterhin ein langfristiges Konzept zur verlässlichen Deckung des Lehrkräftebedarfs mit voll ausgebildeten Lehrkräften an. Bis 2021 müssen noch mehr als 12.000 weitere neue Lehrkräfte für die Berliner Schulen gefunden und eingestellt werden. Das ist weitaus mehr als Berlin in dieser Zeit selbst ausbildet.

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Die Bemühungen der Senatsbildungsverwaltung, möglichst viele ausgebildete Lehrkräfte für die Berliner Schulen zu gewinnen, waren zu diesem Schuljahr zum Teil noch erfolgreich. Das Bild des Flickenteppichs bleibt aber, denn nicht überall wurde punktgenau nach Bedarf der Fächer, der Aufgabe oder Schulstufe eingestellt. Stichworte hierfür sind Grundschule, Integration, Brennpunkte und MINT Fächer. Ob das Modell der Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger tragfähig ist, um den Bedarf in bestimmten Mangelbereichen qualitativ gut zu decken, muss sich auch erst noch erweisen. Viele der Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger machen ihre ersten pädagogischen Erfahrungen in der Rolle als Lehrkraft kommende Woche und viele von ihnen stehen vor großen Herausforderungen an Schulen in schwierigen Umfeldern, in denen besonders viel pädagogisches Knowhow gefragt ist. Eine offene Baustelle – die weiterverfolgt werden muss. Um die Qualität in den kommenden Jahren zu halten, braucht es ein vielseitiges und schlüssiges Personalgewinnungskonzept für voll ausgebildete Lehrkräfte. "

Neben der Personalproblematik beginnt an vielen Standorten die Schule aber mit allerlei Hindernissen. Einige Bezirke konnten für ihre Schulen während der langen Ferienzeit keine Grundreinigung ermöglichen und Baumaßnahmen werden deutlich in die Schulzeit hinein getragen.

Baumgardt weiter: „Noch bevor die Schule für die Kinder und Jugendlichen losgeht, wird uns wieder von erheblichen baulichen Mängeln berichtet. Auf einigen Schulhöfen hat sich Ungeziefer eingenistet, Sanitäranlagen sind kaum zu benutzen und Heizungen marode. Diese Probleme werden sich zu Beginn der kalten Jahreszeit deutlich bemerkbar machen. An den Berliner Schulen hat sich ein Investitionsstau von einer Milliarde Euro angesammelt. Der Senat muss endlich begreifen, dass er den Bezirken, die die Schulträger der allgemeinbildenden Schulen sind, endlich ausreichend Geld für die Sanierung zur Verfügung stellen muss. Es geht nicht nur darum, Platz für die steigenden Schüler*innenzahlen durch Schulergänzungsbauten zu schaffen, sondern auch darum, dass die alten Schulgebäude für die Schülerinnen und Schüler vernünftige Lern- und Lebensbedingungen bieten müssen. Der Raum ist der dritte Pädagoge und der Schulbetrieb läuft in den meisten Schulen für alle von 8 bis 16 Uhr.“