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Nr. 24 / 2014Erster Jahrgang absolviert die ISS – die GEW BERLIN zieht eine erste Bilanz

08.07.2014

Heute haben die ersten Jahrgänge, die vor vier Jahren in der Integrierten Sekundarschule (ISS) gestartet sind, die Sekundarstufe I absolviert. Die GEW BERLIN sieht in der Schulstrukturreform eine positive Entwicklung, da sie mit zwei Säulen im Sekundarschulbereich die Mehrgliedrigkeit einschränkt.

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Ziel der Schulstrukturreform war es, eine leistungsgemischtere Schülerschaft zusammen zu bringen und den Lernerfolg stärker von der sozialen Herkunft zu entkoppeln. Deswegen war die Zusammenlegung von Haupt-, Real- und Gesamtschule zur ISS ein Schritt in die richtige Richtung. Es besteht allerdings Handlungsbedarf. Zwischen den Sekundarschulen gibt es große Unterschiede. Die Sekundarschulen ohne eigene Oberstufe entwickeln sich zu neuen „Rest-Schulen“, da sie für Schülerinnen und Schüler, die das Abitur machen wollen, nicht attraktiv sind. Die gewünschte Durchlässigkeit tritt nur zum Teil ein. An vielen Schulen muss die Kooperation mit einem Oberstufenzentrum oder einer ISS mit Oberstufe noch erfahrbarer Bestandteil des Schulalltags werden, damit ein Übergang in die Gymnasiale Oberstufe für die Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte und Eltern nichts Abstraktes bleibt.“

Weitere Forderungen der GEW BERLIN von vor vier Jahren bleiben aktuell. Um die Integrierten Sekundarschulen erfolgreich werden zu lassen, brauchen sie Schulstationen, gut ausgestattete Lernbüros und multiprofessionelle Teams, um der Herausforderung in der Schule und den Bedürfnissen der Schüler_Innen gerecht werden zu können.

Sigrid Baumgardt weiter: „Auch an anderen Stellen muss der Senat dringend nachbessern. Das fängt beim qualifizierten Personal für diese Schulen an, muss aber deutlich weitergehen. Diese Schulen brauchen mehr Lehrkräfte und pädagogisches Personal, müssen über Entlastungen attraktiver werden. Das Bonusprogramm verschafft da nur bedingt Abhilfe, die Grundvoraussetzungen müssen stimmen.“

Zu guter Letzt: Die Zweigliedrigkeit beim Übergang in die Sekundarstufe ist nicht der Weisheit letzter Schluss, denn die GEW fordert eine Schule für alle – auf dem Weg dahin gibt es noch viel zu tun.