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Nr. 22 / 2014Kinderschutz braucht Kinderschützer/-innen"

02.07.2014

Beschäftigte der Jugendämter im Regionalen Dienst (RSD) fordern weiter bessere Arbeitsbedingungen. Seit den letzten Demonstrationen im Dezember 2013 und am 30. April 2014 hat sich nichts verändert: Die Arbeitsanforderungen und die Arbeitsbelastungen sind weiter gestiegen – die Anzahl der Beschäftigten aber nicht! Das macht krank und führt zu einer weiter ansteigenden Fluktuation in den Jugendämtern. Junge Kolleg/-innen verlassen nach relativ kurzer Zeit wieder das Arbeitsgebiet und Berufserfahrene werden zunehmend krank. Die Verbleibenden können die Arbeit nicht mehr leisten – ein Teufelskreis.

Deshalb werden morgen am Donnerstag, den 03. Juli 2014, unter dem Motto: „Heute keine Sprechstunde - Aufgrund akuter Arbeitsüberlastung muss heute die Sprechstunde im RSD ausfallen“, die Kolleg/-innen der RSD weiter auf ihre desolate Situation aufmerksam machen.

Das bedeutet nicht, dass die Kolleg/-innen nicht arbeiten werden, sondern sie werden sich die Zeit nehmen, Liegengebliebenes aufzuarbeiten.

Die Kolleg/-innen der RSD fordern weiterhin:

  • Fallzahlbegrenzung: 28 Familien auf eine Vollzeitstelle
  • Stellenplanung mit Vertretungsreserve
  • RSD-Stellen mit E 10 / A 11 eingruppieren

Andreas Kraft, Leiter des Vorstandsbereich Kinder-, Jugendhilfe und Sozialarbeit der GEW BERLIN: „Die GEW Berlin unterstützt die berechtigten Forderungen der Kolleg/-innen der RSD. Es ist ein Skandal, dass es trotz mehrerer öffentlichkeitswirksamer Aktionen der Kolleginnen und Kollegen von Seiten des Senats keinerlei Anzeichen gibt, die unhaltbaren Zustände in den RSD zu ändern. Die Arbeitsanforderungen und die Zahl der betreuten Familien haben sich in den letzten Jahren verdoppelt – die Anzahl der Stellen für die Sozialarbeit im RSD blieb aber gleich! Unter diesen schlechten Arbeitsbedingungen und der hohen Arbeitsbelastung leiden die Kolleginnen und Kollegen der Jugendämter und die ihnen anvertrauten Menschen weiterhin. Eine verlässliche und verantwortungsvolle Arbeit ist vielfach nicht möglich. Die GEW BERLIN fordert den Senat auf endlich mehr Mittel für den Kinderschutz bereit zu stellen, damit mehr Personal eingestellt wird. Der Senat darf sich nicht weiterhin seiner Fürsorgepflicht entziehen und die Verantwortung allein auf die Bezirke abwälzen. Die Familien, Kinder und Jugendlichen dürfen nicht die Leidtragenden dieser verfehlten Berliner Haushaltspolitik sein.“