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Nr. 27 / 2014Konsolidierungsdruck schadet Berliner Schullandschaft – GEW kritisiert geplante Schließung des Max-Planck-Gymnasiums

10.09.2014

Mit dem Max-Planck-Gymnasium soll die letzte Oberschule zwischen dem Alexanderplatz und der Fischerinsel geschlossen werden. Als Grund für die Schließung gibt der Bezirk die unzureichende Auslastung an Schulplätzen im Bereich der Sekundarstufe II an. Die Bezirke erhalten die Gelder nur für die einzelnen Schüler*innen – die Beschaffenheit und der Zustand der Schulgebäude spielen dabei keine Rolle. Dem Bezirk Mitte kommen dabei seine historischen Schulgebäude mit den langen Fluren somit teuer zu stehen. Denn diese haben zu viel Fläche und damit zu hohe Betriebskosten pro Schüler*in. Das Gebäude soll perspektivisch für die benachbarte Grundschule genutzt werden. Das Bezirksamt bleibt noch eine Antwort schuldig, welche Oberschulen die heutigen Grundschüler*innen im Kiez in einigen Jahren besuchen sollen. Die GEW BERLIN kritisiert außerdem, dass die Gremien in der Schule zu keinem Zeitpunkt in die Entscheidungsfindung mit einbezogen wurden und die Kolleg*innen erst jetzt von den Plänen erfahren haben.

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Einmal mehr zeigt sich, dass das Zusammenspiel von Schule und Schulträger nicht wirklich funktioniert. Außerdem muss das derzeitige Modell der finanziellen Zuweisung an die Bezirke dringend verändert werden. Sie sind so ge-zwungen, dem Spardiktat zu folgen. Das Bezirksamt hat bis jetzt keinen Plan vorgelegt, wohin die jetzigen Schülerinnen und Schüler einmal gehen sollen. Wir wollen, dass möglichst viele Kinder in eine öffentliche Schule gehen. Das Max-Planck-Gymnasium hat sich auf den Weg gemacht, ein Profil entwickelt und ist dabei internationale UNESCO-Projektschule zu werden. Das macht öffentliche Schule attraktiv. Eltern suchen Perspektiven für ihre Kinder – der Ruf nach Privatschulen wird ansonsten immer lauter werden. Das Bezirksamt, insbesondere die zuständige Schulstadträtin Sabine Smentek, muss mit den Eltern, Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften des Max-Planck-Gymnasiums in einen ehrlichen und offenen Dialog über die Zukunft der Schule treten. Hau-Ruck-Entscheidungen über die Köpfe der Beteiligten hinweg, wie jetzt geschehen, demotivieren, verunsichern und frustrieren alle Beteiligten. Das ist kein Boden für gute Schulentwicklung.“