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Nr. 03 / 2015Regelfinanzierung statt mehr Mittel fürs Bonusprogramm

19.01.2015

Das Bonusprogramm für Schulen in schwieriger Lage soll auch auf Privat- und Berufsschulen ausgeweitet werden. Dafür sprach sich SPD-Fraktionschef Raed Saleh am Donnerstag aus. Vom Bonusprogramm profitieren derzeit Schulen mit besonders vielen Kindern aus armen Familien. Das Programm soll ein Baustein sein, Angebote zu verbessern und damit auch Bildungserfolg und soziale Herkunft zu entkoppeln.

Die GEW BERLIN sieht diese geplante Ausweitung kritisch und fordert stattdessen Haushaltsmittel für die Regelfinanzierung von mehr Pädagog*innen.

Sigrid Baumgardt, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Bevor weitere Millionen aus dem Bildungsbereich in Einzelprojekte an Privatschulen in schwieriger Lage fließen, muss das Bonusprogramm evaluiert werden. Noch ist gar nicht klar, was es real bringt. Wir wissen nicht, ob die Mittel wirklich bei den Kindern aus Armutsverhältnissen ankommen oder welche Wirkung sie innerhalb der Schule ha¬ben. Die Schulen – insbesondere jene in sozialen Brennpunkten - verwalten immer mehr Budgets aus verschiedenen Töpfen. Kommerzielle Anbieter tummeln sich im Bildungsbereich – das kann nicht die Lösung sein! Anstatt eine Taschengeldstimmung in den Schulen zu erzeugen, muss der Senat den Schulen, die es besonders schwer haben, mehr pädagogisches Personal und eine ausreichende Regelfinanzierung zur Verfügung stellen.“