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Nr. 11 / 2019Schulen und Kitas bleiben weiter zu: 16.000 im Streik

27.02.2019

Die Beschäftigten in den Schulen, Kitas, Bezirksämtern und Hochschulen der Stadt Berlin haben am heutigen Mittwoch ihren Warnstreik ausgeweitet. 16.000 Lehrkräfte, Erzieher*innen, Sozialpädagog*innen, Hochschulbeschäftigte und andere Angestellte im öffentlichen Dienst des Landes Berlin legten am zweiten Tag in Folge ihre Arbeit nieder. Vom Potsdamer Platz zog die GEW gemeinsam mit der Gewerkschaft der Polizei zum Alexanderplatz, wo sich die rund 11.000 Streikenden von GEW und GdP mit den Kolleg*innen der anderen Gewerkschaften vereinigten.

Mehr als die Hälfte der städtischen Kitas und viele Schulen blieben am zweiten Tag in Folge komplett geschlossen. Weit mehr als 20.000 Unterrichtsstunden fielen ersatzlos aus. Im Eigenbetrieb City blieben zum Beispiel von den 56 Kitas erneut mindestens 37 Einrichtungen komplett geschlossen.

„Uns ist bewusst, dass die Streiks in dieser Woche für die Eltern und ihre Kinder eine Belastung darstellen“, erklärte die Vorsitzende der GEW BERLIN, Doreen Siebernik. „Wir streiken aber auch für den Nachwuchs in dieser Stadt. Bei der dritten Verhandlungsrunde morgen in Potsdam wird mit darüber verhandelt, wie die Zukunft in unseren Schulen, Kitas und den Jugendämtern aussehen soll. Will Berlin als Arbeitgeber attraktiv werden und motivierte Fachkräfte für die Arbeit mit unseren Kindern gewinnen? Oder sollen wir weiter hinterherhinken, wenn es um die Gehälter von Erzieher*innen, Lehrkräften und Sozialarbeiter*innen geht?“, fragte die GEW-Vorsitzende in Richtung des Berliner Finanzsenators Matthias Kollatz, der die Tarifverhandlungen auf Arbeitgeberseite führt. „Die überwältigende Solidarität der Eltern zeigt uns, dass diese wissen, worum es geht“, so Siebernik weiter.

„An vier Streiktagen haben wir mehr als 40.000 Menschen auf die Straße gebracht. Der ganz große Teil kommt aus dem Bildungsbereich“, betonte Udo Mertens, Tarifvorstand der GEW BERLIN und Mitglied der Verhandlungskommission. „Unsere Mitglieder sagen klipp und klar: Wir sind bereit auch noch länger zu streiken, wenn unsere Forderungen weiter ignoriert werden.“ Mertens nahm die rot-rot-grüne Koalition in die Verantwortung: „Berlin darf sich bei der Lösung seiner Probleme nicht hinter den anderen Bundesländern verstecken. Die gesamte Koalition ist in der Pflicht, dass ihre glasklaren Beschlüsse auch umgesetzt werden.“

Hintergrund: Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fordern eine Erhöhung der Tabellenentgelte im Gesamtvolumen von 6 Prozent, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Zudem fordern sie die Angleichung der Bezahlung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder
(TV-L) an die der Kommunen (TVöD).